Effizienz von Programmen
Inhaltsverzeichnis |
Klassifikation von Problemen
- Probleme, die sich einer Formalisierung entziehen
- Absolut unlösbare Probleme: Halteproblem, Wortproblem für Chomsky-Typ-0-Sprachen (FSuA)
- Praktisch unlösbare Probleme: "Baum aller Schachspiele"; AP-Funktion (Speicher und Zeit)
- Algorithmisch (inkl. mit Formel) lösbare Probleme
Effizienzbegriff
FALSCH: Computer sind immer schneller geworden, sodass die Effizienz von Programmen keine Rolle spielt
RICHTIG: Wir bestimmen den Aufwand (Ressourcenverbrauch: Zeit, Speicher) in Abhängigkeit von der Problemgröße n.
Zwei grundlegende Fragen, die wir uns in diesem Lehrgebiet stellen:
- Wie können wir für konkrete Programme bestimmen (vorhersagen, i.S. einer Vorab-Leistungsgarantie), welche Rechenzeit sie zur Lösung eines Problems bestimmter Größe benötigen werden?
- Kann man diesen erforderlichen Zeitaufwand für typische algorithmische Entwurfsmuster angeben bzw. begrenzen?
Effizienzbegriff Zeit-/Speicherbedarf. Die (Zeit-)Effizienz eines Programmes ist umso besser, je *weniger Zeit* es zur Lösung eines Problems benötigt.
Wir beschränken uns auf die Betrachtung der Zeiteffizienz. Begründung: Trade-off (Tauschgeschäft) zwischen Zeit- und Speichereffizienz. Beispiel „Fibonacci-Zahlen, rekursiv“: Memoizing kostet zwar Speicher aber reduziert die Rechenzeit, da Mehrfachberechnungen vermieden werden. => Es reicht, sich nur mit der Zeiteffizienz zu beschäftigen.
- Problem: große Unterschiede zwischen einzelnen Probleminstanzen in Bezug auf die Effizienzaussage (z.B. Suchverfahren, wenn das zu suchende Element ganz am Anfang einer Liste steht; Primzahlprüfung für n-stellige natürliche Zahlen)
- Problem: Einfache Lösungen (d.h. schnell ermittelbare Resultate für kleine Problemgrößen) skalieren nicht mit wachsender Problemgröße. D.h. kein linearer Zusammenhang.
- Problem: Wie können wir entscheiden, welche Option für ein Programm die effizienteste ist?
Wie wird Zeiteffizienz gemessen?
… mit einem Timer
time module import time
def c_to_f(c):
return c*9/5+32
start clock t0 = time.clock()
call function c_to_f(100000)
step clock t1 = time-clock() - t0
print("t= ", t, ": ", t1, "s, ")Nachteile:
- Zeitmessung ist inkonsistent
- Ziel: verschiedene Algorithmen bewerten
- Laufzeit variiert zwischen Alg., zwischen Implementationen, zwischen Computern auf denen sie laufen
- Ergebnisse sind unter Verwendung kleinerer Inputs nicht vorhersagbar.
- keine Aussage zum Verhältnis zwischen Eingabe und Rechenzeit
… durch Zählen der Operationen
Annahme, dass bestimmte elementare/atomare Operationen (z.B. math. Op., Zuweisungen, Zugriff auf Obj., Vergleiche) konstante Zeit beanspruchen. Dann zählt man die Operationen, die in Abhängigkeit von der Inputgröße ausgeführt werden.
def mysum(x):
total = 0 1 Operation
for i in range(x+1): 1 Operation, x-mal
total += i 2 Operationen, x-mal
return total ---------------------
1 + 3x OperationenErgebnis: Wenn ich die Eingabe verzehnfache, verdreißigfacht sich die Zahl der Elementaroperationen.
Diese Messmethode ist besser als die erste (Zeitmessung), hat Vorteile:
- ist unabhängig vom konkreten (vernetzten) Computer, auf dem das Programm läuft
- Ergebnis ist eine Relation zwischen Input und Zählung
und Nachteile:
- ist implementationsabhängig
- keine klare Definition, welche Operationen zu zählen sind