Teile und Herrsche

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Inhaltsverzeichnis

Teile und herrsche (divide et impera)

Definition

Das Entwurfsverfahren Teile und Herrsche ( divide-and-conquer ) dient dem Entwurf rekursiver Algorithmen. Die Idee ist es, ein Problem der Groeßen in mehrere gleichartige aber kleinere Teilprobleme zu zerlegen ( divide). Aus rekursiv gewonnenen Lösungen der Teilprobleme gilt es dann, eine Gesamtlösung für das ursprüngliche Problem zusammenzusetzen ( conquer).


S3anbrem_Def.PNG

Entwurfsmethode für Algorithmen

1. Teile das Problem in kleinere Unterprobleme (Divide)
2. Löse rekursiv die entstehenden Unterprobleme (Conquer)
3. Setze die Lösungen zusammen.

S3anbrem_Anw.PNG


Eigenschaften

  • kann bei konzeptionell schwierigen Problemen hilfreich sein

  • kann effiziente Lösungen realisieren

  • für Parallelverarbeitung geeignet

Instanzen

  • Mergesort
  • Quicksort
  • Intervallhalbierung (Binärbäumen)

Beispiele

Beispiel 1 : Sortierverfahren (Merge-Sort)

  • Sortiere eine Array indem zwei Teilarrays sortiert und dann gemischt werden.

sort ( [ 19 17 23 31 3 5 7 29 2 11 17 ] )                                  Teile!
  => merge (
      sort ( [ 19 17 23 31 3 ] ),                                                   Herrsche über Teilproblem 1
      sort ( [ 5 7 29 2 11 17 ] ) )                                                 Heersche über Teilproblem 2
= merge ( [ 3 17 19 23 31 ] , [ 2 5 7 11 17 29 ] )                     Kombiniere zur Gesamtlösung
  = [ 2 3 5 7 11 17 17 19 23 29 31 ]

Beispiel 2: Lebkuchenhaus

S3anbrem_Lkh.PNG

Beispiel 3 : Die Türme von Hanoi

Wenn die Anzahl der Scheiben 1 beträgt, ist die Lösung des Problems trivial.
Bei mehr als einer Scheibe läßt sich das Gesamtproblem in drei Teilprobleme zerlegen:

  • Transportiere n-1 Scheiben vom Anfangsplatz auf den Hilfsplatz.
  • Transportiere die letzte Scheibe vom Anfangsplatz auf Zielplatz.
  • Transportiere n-1 Scheiben vom Hilfsplatz auf den Zielplatz.

S3anbrem_Azh.PNG


Spiele: http://www.gf-webdesign.de/tuerme-von-hanoi/tuerme-von-hanoi.htm

Übung 1 : Die Türme von Hanoi

Die Spielregeln

Es sind n Scheiben unterschiedlichen Durchmessers gegeben, welche geordnet zu einem Turm geschichtet sind, die untere Scheibe ist die größte. Der Turm steht auf einem Anfangsplatz. Unter Verwendung eines Hilfsplatzes soll dieser Turm nun zu einem Zielplatz transportiert werden, wobei verschiedene Regeln einzuhalten sind.

  • Transportiere n Scheiben vom Anfangsplatz auf den Zielplatz, verwende einen Hilfsplatz.


S3anbrem_U1.png

Lösung

S3anbrem_B4.PNG

Neuigkeit

  • Der 2. Schritt ist trivial und sofort ausführbar.
  • Der 1. und der 3. Schritt sind von der gleichen Art wie das Ausgangsproblem, nur die Anzahl der Scheiben ist um 1 kleiner und die Bedeutung der Plätze hat sich verändert.

Damit hat man für das Gesamtproblem eine rekursive Lösungsvorschrift formuliert.

Pseudo - Code

Bedeutung der Variablen:

ap - Anfangsplatz
zp - Zielplatz
hp - Hilfsplatz
n - Anzahl der Scheiben
Die Übergabe des Hilfsplatzes als Parameter kann auch entfallen, wenn man als Berechnung einsetzt:
hp := 6 - ap - zp.

Spiele

http://www.gf-webdesign.de/tuerme-von-hanoi/tuerme-von-hanoi.htm


Quicksort

Das Verfahren

Quicksort ist ein schneller Sortieralgorithmus auf der Basis rekursiver Vergleiche von Elementen, welcher von C.A.O Hoare im Jahre 1960 entwickelt wurde.

Das Prinzip ist eine gegebene Gesamtliste G so in zwei Teillisten L und R auf zuteilen, dass alle Elemente von L kleiner als ein Vergleichselement v \in G und alle Elemente von R größer als v sind.

Hier und im folgenden wird vereinbart, dass alle Elemente von G natürliche Zahlen sind.

funktionaler Aufbau


Durch diese Prozedur entstehen die zwei Teillisten, die für die Unterscheidung der Relation in Bezug auf das Pivotelement benötigt werden.
Durch Enstehung dieser ist aber die eigentliche Sortieung noch nicht beendet. Dafür bedarf es einer weiteren Prozedur die die vorhergehende solange rekursiv aufruft, bis alle Elemente sortiert sind. Die Sorierung erfolgt in der Implementierung einfach durch das Vertauschen der Vergeichselemente.

Viualisierung

Die folgende Animation zeigt den verbildlichten Ablauf des Algorithmus: quicksort_animation.gif

Beispiel

Effizienz von Quicksort

Mergesort

Definition

  • Das Sortier­verfahren Mergesort erzeugt eine sortierte Folge durch Verschmelzen sortierter Teilstücke.
  • Das Verfahren beruht auf dem Divide-and-Conquer-Prinzip Erklärung.
  • Die zu sortierende Folge wird zunächst in zwei Hälften aufgeteilt (divide), die jeweils für sich sortiert werden (conquer).
  • Dann werden die sortierten Hälften zu einer insgesamt sortierten Folge verschmolzen (combine).
  • Dieses Verfahren bietet die Möglichkeit einer iterativen Implementierung.

Vorteile

  • Geschickter Einsatz der Teile-und-Herrsche Technik.
  • Gutes Laufzeitverhalten für große Eingabegrößen

                Sei T(n) die Laufzeit von Merge-Sort.
                Das Aufteilen braucht O(1) Schritte.
                Die rekursiven Aufrufe brauchen 2 T(n/2) Schritte.
                Das Mischen braucht O(n) Schritte.
                Also: T(n) = 2 T(n/2) + O(n), wenn n > 1 NB T(1) ist irgendein fester Wert.

        (Best-Case: O(n log(n)), Worst-Case: O(n log(n)))

  • Die Stabilität

        Die relative Ordnung zweier Elemente , welche gleich sind , wird beibehalten.

  • Abarbeiten Daten sequentiell

Nachteile

  • der zusätzlich benötigte Speicher

Anwendung

  • Der Mergesort wird vor allem dann verwendet, wenn man eine große sortierte Datenmenge verwalten möchte.

Pseudocode

Animation

http://www.ee.ryerson.ca/~courses/coe428/sorting/mergesort.html

Beispiele

Beispiel 1

S3anbrem_Msb1.PNG

Beispiel 2

  • Analogie: Sortieren eines Kartenstapels
  • Karten sind mit Zahlen beschriftet

S3anbrem_Merrge-sort-beispiel-1.PNG

Schritt 1 : Teile den Stapel in zwei gleich grosse Stapel.
S3anbrem_Ms2.png

Schritt 2 : Sortiere beide Stapel getrennt.
S3anbrem_Ms3.PNG

Schritt 3 : Mische die beiden sortieren Stapel zu einem sortieren Stapel : lege dazu jeweils die kleinere der beiden oberen Karten umgedreht auf einen neuen Stapel.
S3anbrem_Ms4.png

Viualisierung

S3anbrem_Mergesort-o.gif


Übungen

Übung 1

  • Sortieren Sie eine Array.

S3anbrem_Merge-sort-bsp1.PNG

1. Aufteilen der Eingabe

S3anbrem_Merge-sort-bsp1b.PNG

S3anbrem_Merge-sort-bsp1c.PNG

S3anbrem_Merge-sort-bsp1d.PNG

2. Teilen, Sortieren und Mischen der Eingabe

S3anbrem_Merge-sort-bsp1e.PNG

3. Mischen der Eingabe

S3anbrem_Merge-sort-bsp1f.PNG

4. Ergebnis

S3anbrem_Merge-sort-bsp1g.PNG

Übung 2

  • Sortieren Sie eine Array indem zwei Teilarrays sortiert und dann gemischt werden.

S3anbrem_B1a1.PNG

1. Aufteilen der Eingabe

S3anbrem_B1a.png

2. Rekursiv Sortieren

S3anbrem_B1b.png

3. Zusammenfügen

S3anbrem_B1c.png

Übung 3

Sortieren Sie die Buchstaben in der Zeichenkette aus Ihrem zusammengeschriebenen Vor- und Nachnamen mit Merge Sort.

Übung 4

  • Schreiben Sie Java-Code für MergeSort fort.
 

1. Implementieren Sie eine Klasse „MergeSort".
2. Implementieren Sie in der Klasse eine Methode „sort“ mit den Parameter:
- eindimensionales Array -> a
- low
- high
3. Deklarieren Sie Variable N und initialisieren als die Unterschied zwischen high und low .

1. Implementieren Sie eine Klasse „main".
2. Importieren Sie Scanner.
3. Fragen Sie den Nutzer nach Anzahl die Elemente.
4. Initialisieren Sie diese Zahl als Variable number_of_integer_elements.
5. Drucken Sie diese Zahl.
5. Erstellen Sie eindimensionales Array , welche beträgt new int[number_of_integer_elements].
6. Fragen Sie den Nutzer nach den Wert diese Elemente.(Schleife)
7. Implementieren Sie die Schleife , welche ruft diese Werte ab.
8. Benutzen Sie Methode sort für arr, 0, number_of_integer_elements.
9. Drucken Sie diese Elemente.

Binäres Suchen

Zusammenfassung

  • Teile und Herrsche - Zerlegung größerer Aufgaben oder Probleme in kleinere Aufgaben oder Probleme, die einfacher zu bewältigen oder leichter gelöst werden können.
  • Mergesort - ein schnelleres (und rekursives) Sortierverfahren.
    • Ein Feld wird in zwei Teilfelder aufgeteilt, die dann rekursiv sortiert werden. Anschließend werden diese sortierten Teilfelder wieder zu einem Feld zusammengefügt. Dabei macht man sich zu nutze, daß die beiden Teilfelder bereits sortiert sind.
    • Mit einer Zeit­komplexität von Θ(n log(n)) ist das Verfahren immer optimal.

Quellen

Wagenknecht, 2003, Algorithmen und Komplexität
Cormen, Leierson, Rivest und Stein, 2004, Algorithmen - Eine Einführung
http://www.inf-schule.de/
http://www.awb1.ch/
http://www.ki.informatik.uni-frankfurt.de/
http://ddi.cs.uni-potsdam.de/
http://thm.de/
http://de.wikiversity.org/