Sortieren und Suchen WS13-14

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Archivierte Version vom 2013-12-03T12:55:19+00:00. Aktuelle Version

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Sortieren

Einführung

Elementare Sortierverfahren

Selection Sort

Selection Sort (Sortieren durch Auswählen) wählt wiederholt das kleinste Element im Feld aus.

Ablauf Man sucht das kleinste Element im Feld und tauscht es mit dem an der ersten Stelle befindlichen Element. Im nächsten Schritt wählt an das zweitkleinste Element und tauscht es mit dem Element an der zweiten Stelle aus. Dieser Vorgang wird sooft wiederholt bis das komplette Feld sortiert ist, also bis das komplette Feld einmal durchlaufen wurde.

Leistungsfähigkeit Selection Sort besitzt im Worstcase und im Average-Case einen quadratischen Aufwand \mathcal O(n^2). Die Ausführung dieses Verfahrens benötigt keinen zusätzlichen Speicherplatz. Der Durchlauf benötigt ca. \frac{n^2}{2} Vergleiche und n Austauschoperationen, da für jedes Feld von 1 bis n-1 jeweils 1 Austausch und insgesamt (n-1)+(n-2)+...+2+1 Vergleiche notwendig sind. Dies ist jedoch unabhängig von den Eingabedaten, abhängig ist nur die Anzahl der Wertwechsel von Minimum. Im Average-Case liegt die Laufzeit dieser Anzahl in \mathcal O(n \log n), so dass man sagen kann, dass die Laufzeit von Selektion Sort relativ unempfindlich gegenüber der Eingabedaten ist.

Insertion Sort

Insertion Sort (Sortieren durch Einfügen) ist flexibler als Selection Sort.

Ablauf Man betrachtet ein Element nach dem anderen und fügt jedes Element an seinem Platz zwischen den bereits betrachteten Elementen (links von ihm) ein. Das Einfügen wird durch Verschieben der größeren Elemente nach rechts realisiert. Das Feld ist vollständig sortiert, wenn das rechte Ende des Feldes erreicht wurde.

Leistungsfähigkeit Die Laufzeit des Insertion Sort ist Abhängig von Inversionen. Inversionen beschreiben den Abstand eines Elementes von dessen Postion nach der Sortierung. Um diesen Abstand zu bestimmen zählt man die Anzahl der Elemente links von betrachteten Element, welche größer sind. Im Bestcase besitzt das Verfahren eine Laufzeit von \mathcal O(1), da das Feld nur einmal durchgegangen werden muss um festzustellen, dass es bereits sortiert ist. Im Average-Case benötigt das Verfahren ca. \frac{n^2}{4} Vergleiche und \frac{n^2}{8} Austausche. Im WorstCase verdoppeln sich diese Anzahlen im Vergleich zum Average-Case.

Bubble Sort

(Sortieren durch Austauschen)

Ablauf Man durchläuft das Feld immer wieder und tauscht benachbarte Elemente, wenn nötig. Das Feld ist sortiert, wenn in einem Felddurchlauf kein Austausch mehr nötig ist.

Leistungsfähigkeit Bei diesem Verfahren ist die Laufzeit abhängig von den Eingabedaten.

  • Im Bestcase beträgt sie 1, da nur ein Durchlauf benötigt wird um zu erkennen das die Daten bereits sortiert sind.
  • Im Worstcase Fall werden \frac{n^2}{2} Vergleiche und ebenso viele Austauschoperationen benötigt.
  • Der Average-Case arbeitet nicht wirklich besser als der schlechteste, eine genaue Analyse ist jedoch schwierig.

Shellsort

Shellsort ist eine Art Erweiterung von Insertion Sort, wobei auch der Tausch von weit entfernten Elementen ermöglicht wird. Die Elemente werden so umsortiert, dass wenn man jedes h-te Element entnimmt ein sortiertes Feld vorliegt, man nennt dies h-sortiert. Das so entstandene Feld besteht aus h unabhängig sortierten Teilfeldern, welche sich überlagern. Durch das Sortieren von großen h wird das sortieren für kleine h erleichtert. Diese Prozedur wird mit einer beliebigen Zahlenliste ausgeführt, wobei die Liste mit 1 enden muss.


Ablauf

Leistungsfähigkeit

Distribution Counting

Für sehr spezielle Situationen:

  • "Sortiere eine Datei von n Datensätzen, die nur Schlüssel enthält, deren Werte voneinander verschiedene Zahlen zwischen 1 und n sind." Für dieses Problem kann man sehr leicht einen Algorithmus angeben:
  • "Sortiere eine Datei der Größe n, deren Schlüssel ganze Zahlen zwischen 0 und m−1 sind" Falls m nicht zu groß ist, kann die Sortierung mittels Verteilungszählen realisiert werden. Dabei sind mehrere Schleifendurchgänge notwendig:
  1. Ein Feld count[] wird mit 0 initialisiert. (Da in Java primitive Typen mit 0 vorbelegt sind, würde dies wegfallen)
  2. Dem Wert des Feldes in count[] wird die Anzahl der jeweiligen ganzen Zahlen zugeordnet.
  3. Die Zahlen der einzelnen Werte werden aufaddiert.
Diese aufaddierten Werte können nun genutzt werden um das Eingabefeld zu sortieren. Man untersucht das Feld beginnend von hinten (wieder mittels einer Schleife) und setzt den untersuchten Wert jeweils an die Stelle im Feld dessen Index durch count[untersuchter Wert] besitzt. Danach wird der Wert von count[untersuchter Wert] dekrementiert und mit dem nächsten Wert des Eingabefeldes fortgefahren.


Digitales Sortieren

Die Schlüssel eines Datensatzes zur Sortierung können mitunter sehr komplex sein (z.B. im Telefonbuch oder einem Bibliothekskatalog). Aus diesem Grund ist es sinnvoll sich die Schlüssel als Zahlen aus einem bestimmten Zahlenbereich vorzustellen. Methoden bei denen diese Eigenschaft genutzt wird nennt man digitale Sortierverfahren (radix sorts), diese vergleichen und vertauschen nicht die kompletten Schlüssel sondern sie verarbeiten und vergleichen nur bestimmte Teile von Schlüsseln. Digitale Sortierverfahren behandeln die Schlüssel von Datensätzen als Zahlen in einem bestimmten Zahlensystem M (für verschiedene M) und bearbeiten die einzelnen Ziffern der Zahlen.

Da in Computern alles als Binärcode darstellbar ist, verwendet das digitale Sortieren häufig die Zahlenbasis 2 oder eine Potenz von 2, denn wenn dem Nutzer die Schlüsseldaten binär vorliegen so ist die Anwendung vieler digitale Sortierverfahren möglich.


Bits

Wenn der Schlüssel als Binärzahl gegeben ist, so besteht die Grundoperation darin zusammenhängende Bits zu extrahieren. In Maschienensprachen realisiert man dies durch bitweises Anwenden von AND und durch Stellenverschiebungen.
Will man z.B. die zwei führenden Bits einer aus 10 Bits bestehenden Binärzahl extrahieren so nutzt man dazu erst die Verschiebung um acht Stellen nach rechts und dann die Anwendung von AND mit 0000000011. In Java (und weiteren höheren Programmiersprachen) hat man diese Möglichkeiten jedoch nicht, kann aber das Ergebnis des gleichen Beispiels mit (x div 256) % 4 (es gilt x \in Z) erreichen. Um die zwei genannten Grundoperationen der Maschinensprache auch in anderen Programmiersprachen zu nutzen gilt im Allgemeinen folgendes:

  • Bitverschiebung um k Stellen nach rechts: x / 2^k
  • alle bis auf Bits bis auf j Bits von rechts 0 setzen: x\ \%\ 2^j

Dabei ist x eine ganze Zahl in dezimaler Darstellung. Um digitale Sortieralgorithmen zu schreiben, kann man sich nun leicht eine Prozedur schreiben welche diese beiden Operationen vereint.

Im folgenden sollen nun die zwei Arten von digitalen Suchverfahren behandelt werden, welche sich in der Reihenfolge der Bituntersuchung unterscheiden.

Radix Exchange Sort

(digitales Austausch-Sortierverfahren) Radix Exchange Sort untersucht die Bits in ihrer Reihenfolge von links nach rechts. Das Ergebnis des Vergleiches zwischen Schlüsseln nimmt nur den Wert des Bits in der ersten Unterscheidungsstelle an. Man geht davon aus, dass die Daten so sortiert werden, dass ein Schlüssel mit führendem Bit 0 vor einem Schlüssel mit führendem Bit 1 kommt. Man kann eine rekursive Sortiermethode entwickeln, so dass eine unabhängige Sortierung der Teildaten dazu führt das auch die Datei sortiert ist.
Dabei durchsucht man die Datei von links bis man einen Schlüssel mit führendem Bit 1 gefunden hat und von rechts bis man einen Schlüssel mit führendem Bit 0 gefunden hat und tauscht die zwei dazugehörigen Datensätze miteinander aus. Diesen Vorgang wiederholt man so lange bis die linke und rechte Seite sich beim Durchgehen treffen.

Prioritätswarteschlangen

Oft müssen zunächst viele Datensätze gesammelt werden und ab einem bestimmten Zeitpunkt soll der größte Datensatz verarbeitet werden und danach der zweitgrößte usw.. Eine Datenstruktur in welcher solche Operationen möglich sind muss also sowohl das Einfügen eines neuen Elements als auch das Löschen des größten Elements unterstützen. Eine Datenstruktur vergleichbar mit Stapel (wo das neueste Element gelöscht wird) und Schlange (wo das älteste Element gelöscht wird) nennt man Prioritätswarteschlange (priority queue). Prioritätswarteschlangen sind dabei Verallgemeinerungen von Stapeln oder Schlangen, da man diese Datenstrukturen durch geeignete Verteilung der Prioritäten implementieren kann. Diese Datenstruktur bildet einen grundlegenden Baustein für weiterentwickelte Algorithmen, hauptsächlich weil sie sehr flexibel ist und viele verschiedene Mengenoperationen mit ihrer Hilfe angewendet werden können. Prioritätswarteschlangen sind Datenstrukturen welche numerische Schlüssel (sogenannte Prioritäten enthalten). Es gibt sieben grundlegende Operationen welche zur Erstellung und Bearbeitung von Prioritätswarteschlangen notwendig sind:

  • construct - Aufbauen einer Prioritätswarteschlange aus n Elementen
  • insert - Einfügen eines neuen Elements
  • remove - Entfernen des größten Elements
  • replace - Ersetzen des größten Elements durch ein neues (außer das neue Element ist größer)
  • change - Verändern der Priorität eines Elements
  • delete - Löschen eines beliebigen vorhandenen Elements
  • join - Zusammenfügen von zwei beliebig langen Prioritätswarteschlangen

Einige dieser Operationen sind ebenso durch Kombination zweier anderer Operationen darstellbar, jedoch ist die direkte Nutzung effizienter, wenn höhere Datenstrukturen für die Implementation genutzt werden. Will man sich jedoch auf die klassische Datenstruktur heap konzentrieren, so sind nur fünf der oben genannten Operationen direkt implementierbar. Unterschiedliche Implementationen der Prioritätswarteschlange können sich in der Leistungsfähigkeit einzelner Operationen unterscheiden, was sich wiederum in den Kosten widerspiegelt.

Elementare Implementationen

Es gibt zwei grundlegende Methoden mit denen die Prioritätswarteschlange implementiert werden kann: die ungeordnete Liste und die geordnete Liste. Bei beiden Methoden unterscheiden sich die Laufzeiten für verschiedene Operationen und somit muss durch den Anwendungsfall entschieden werden, welche Implementation besser geeignet ist.

ungeordnete Listegeordnete Liste
int[0..n] array ohne Beachtung der Schlüsselreihenfolgeint[0..n] array mit wachsender Schlüsselreihenfolge
insertkonstante Laufzeitmaximal lineare Laufzeit
removelineare Laufzeitkonstante Laufzeit
replacelineare Laufzeitkonstante Laufzeit
changekonstante Laufzeitkonstante Laufzeit
Benutzung ähneltSelection SortInsertion Sort
Anwendungsgebietewenige remove-Operationen nötig, viele insert-Operationeninsert-Operationen liegen nahe dem größten Element

Eine Möglichkeit der Implementation eines ungeordneten Feldes als Array könnte folgendermaßen aussehen:

Implementation

Heap

Um die Operationen der Prioritätswarteschlange zu verwenden müssen wir eine Datenstruktur verwenden von der bekannt ist, dass ein Schlüssel jeweils größer ist als zwei andere Schlüssel. Dies könnte man in einer Baumstruktur darstellen, wobei die jeweiligen Kindknoten eines Knoten die zwei bekannten kleineren Elemente des Schlüssels sind (vollständig binärer Baum). Die beiden Knoten unter jedem Knoten sind dabei dessen direkten Nachfolger und der Knoten über ihm ist sein direkter Vergänger. Für die einzelnen Knoten des Baumes soll nun jedoch die Heapbedingung gelten:

Der Schlüssel in jedem Knoten soll größer sein als die Schlüssel in seinen Nachfolgern.

Aus dieser Bedingung kann man ableiten, dass das Element mit dem größten Schlüssel die Wurzel bildet.

S3damuel_Heap.png

Bis jetzt haben wir die Prioritätswarteschlange als Feld implementiert. Dabei wird das Feld an der Stelle 0 mit dem Schlüssel der Wurzel belegt und alle weiteren Felder werden entlang der Höhen von links nach rechts belegt. Damit entsteht für den oben gezeigten Baum folgendes Array:

k123456789101112
a[k]2420157191314151819

Nutzt man diese Umwandlung von einem Baum zu einem Feld so ist es sehr leicht Vorgänger und Nachfolger für einen bestimmten Knoten zu finden.
Gegeben ist der Knoten j. Seinen Vorgänger findet man am Index 2 / j und seine Nachfolger befinden sich auf den Positionen 2j und 2j+1. Auf allen Pfaden im Heap (mit n Knoten) befinden sich ca. \lg n Knoten, da sich auf der untersten Ebene ca. \frac{n}{2} Knoten befinden, auf der darüber ca. \frac{n}{4} usw., daraus ergibt sich das jede Operation mit Prioritätswarteschlangen bei Verwendung von Heaps in \mathcal O(\lg n) ausgeführt werden können.

Implementationen mit Heaps

Algorithmen für Prioritätswarteschlangen laufen alle so ab, dass sie eine Strukturänderung des Heaps durchführen und danach absichern, dass die Heapbedingung wieder gegeben ist, in dem sie ihn modifizieren.

Um einen Heap erstellen zu können ist eine Operation insert(key) notwendig, welche das Feld um einen Datensatz vergrößert und in den neuen Datensatz den Schlüssel einfügt. Sollte dieser Knoten jedoch größer als sein Vorgänger sein, so wäre die Heapbedingung verletzt, also muss sie wieder hergestellt werden. Diese Wiederherstellung kann mittels einer kleinen Operationen gewährleistet werden:

Heapsort

Mergesort

Suchen

Einführung

Das Suchen nach Daten ist eine der wichtigsten Aufgaben eines Computers, da es weitere grundlegende Operationen wie das Ersetzen, Löschen oder Ändern von Daten erst ermöglicht. Aufgrund dieser hohen Priorität sind Suchverfahren sehr gut hinsichtlich ihres Aufwandes erforscht. Suchen ist dabei das Finden von Mustern oder Objekten mit bestimmten Eigenschaften in einem Suchraum. Beispiele sind Zeichenketten aus einem Text oder Zahlen aus einer Liste von Zahlen. Betrachtet werden auch die Datenstrukturen, auf welche die Verfahren angewendet werden können (elementare oder effizientere, wie Bäume). Außerdem ist zu prüfen, ob eine Vorsortierung des Suchraumes notwendig, effizienzverbessernd oder unnötig ist. In diesem Kapitel werden verschiedene Suchverfahren mit ihren Aufwänden vorgestellt, von einfachen schrittweisen Suchen und deren Verbesserungen hin zu komplexen Suchvorgängen in Bäumen. Es sei hierbei auf das No-free-Lunch-Theoreme verwiesen, welches besagt, dass es kein universelles Optimierungsproblem angewandt auf alle Problemmengen gibt. Für die Suchalgorithmen bedeutet dies, dass die Suchverfahren für den speziellen Anwendungszweck besser sein können als andere, nicht aber für alle Anwendungsbereiche.

Lineare Suche

Die Lineare oder sequentielle Suche ist nur (effizient) anwendbar auf kleine Suchräume und selten stattfindenen Suchoperationen. Dafür ist sie sehr leicht zu implementieren und auf unsortierte Suchräume anwendbar. Nötig ist ein Element e, welches mit dem Suchschlüssel s verknüpft ist. Dieser kann als Attribut des Elements gewertet werden. Es wird immer nach dem Suchschlüssel gesucht! Bei Zahlen wird der Suchschlüssel meist dem Zahlenwert entsprechen, doch kann beispielsweise einem Buchstabe eine Zahl zugeordnet werden und durch Suche nach einer bestimmten Zahl erhält man den Buchstaben. Bei der Linearen Suche wird nun der Suchraum sequentiell, d.h. Element für Element, betrachtet und der Suchschlüssel mit dem Suchschlüssel des zu suchenden Elements verglichen.

Der Bestcase ist offensichtlich: Das erste Element ist das gesuchte, die Laufzeit liegt in \mathcal O(1). Umgekehrt der Worstcase, wobei keins oder das letzte Element den Suchschlüssel besitzen: \mathcal O(n). Der average-Case lässt sich ebenso leicht bestimmen: Sucherfolg bei der halben Feldlänge, also \frac{n}{2} = 0.5\cdot n=\mathcal O(n). Geht man davon aus, dass jeder Datensatz gleichwahrscheinlich gesucht wird, ergibt sich für den Average-Case ebenfalls die Formel \frac{1}{n}\cdot \sum_{i=1}^{n} i = \frac{n+1}{2}. Das entspricht \mathcal O(n).

Binäre Suche

Die Binäre Suche stellt eine Erweiterung der Linearen Suche dar. Das Ziel war es, die nötigen Vergleichsschritte zu minimieren. Angewandt wird das Verfahren bei häufigen Suchoperationen mit statischem Suchraum, da für die Binäre Suche eine Vorsortierung notwendig ist. Bei der Binären Suche wird der Suchschlüssel des Elements in der Mitte des Suchraumes zum Vergleich herangezogen. Je nach Ergebnis des Vergleiches wurde entweder das gesuchte Objekt gefunden (Laufzeit \mathcal O(1)) oder es wird mit einem der Teilbereiche weitergearbeitet.

Übung: Wie viele Teilungen müssen durchgeführt werden?
Suchraum = {1,2,3,4,5,6,7,8,9,10}, Suchschlüssel = 4

Beim Worstcase muss solange geteilt werden, bis nur noch ein Element im Suchraum vorhanden ist. Wichtigster Teil der Binären Suche ist das Halbieren des Suchraumes, was auch rekursiv definiert werden kann. Mit Hilfe der rekurrenten Beziehung C_N=C_{N/2}+1 mit C_1=0 ist ungefähr \lg N ergibt sich für das Binäre Suchen eine Laufzeit in \mathcal O(\lg n). Da für das Löschen oder Einfügen eines Elementes jedoch das Feld neu sortiert werden muss, d.h. die Zahl der Vertauschungen linear ist (Laufzeit in \mathcal O(n)), ist auch die Binäre Suche noch nicht optimal.

Interpolationssuche

Die Interpolationssuche stellt eine Verbesserung der Binären Suche dar, die Laufzeit im Mittel ist bedeutend besser. Das Verfahren beruht darauf, den Suchbereich besser einzugrenzen als nur durch einfache Halbierung. Anwendbar ist die Interpolationssuche allerdings nur auf einen Suchraum, bei dem der Feldindex proportional zum Suchschlüssel ist. Desweiteren müssen die Daten annähernd gleichverteilt sein. Betrachtet werden direkt die Schlüsselwerte und es wird ein Abstand geschätzt, der zum gesuchten Suchschlüssel führt. Der nächste zu überprüfende Feldindex wird aus einem Faktor und dem Suchschlüssel gebildet. Die Formel für den nächsten zu überprüfenden Wert lautet \begin{equation} x=uG+(s-S[uG])\cdot (oG-uG) / (S[oG]-S[uG]) \end{equation} wobei x dem nächsten Suchindex, s dem Suchschlüssel, S dem Suchraum, uG der unteren Intervallgrenze und oG der oberen Intervallgrenze entspricht. Bei der Binären Suche besteht der Faktor anstatt einer Schätzung lediglich aus dem Wert \frac{1}{2}. Die Laufzeit der Interpolationssuche ist von der Eingabeverteilung stark abhängig, sind die Daten ungleichmäßig verteilt entsteht der Worstcase mit einer Laufzeit in \mathcal O(n). Desweiteren kann es für kleine n sinnvoll sein, bei der Binären Suche zu bleiben, da der Rechenaufwand für die Interpolation zu einem zu geringen Vorteil in der Laufzeit führen würde. Bei sehr großen n und nach den erläuterten Eigenschaften formatierten Daten liegt die Laufzeit allerdings in \mathcal O(\lg \lg n). Der Beweis für diese Laufzeit wird an dieser Stelle nicht gebracht, da er den Rahmen der Veranstaltung erheblich sprengen würde.


Ein Beispiel für die Anwendung der Interpolationssuche:
Sei jedem i-ten Buchstabe des Alphabets die Zahl i zugeordnet. (A und 1, B und 2 etc.)
Der Suchraum ist S={A,A,A,C,E,E,E,G,H,I,L,L,M,N,P,R,S,X}.
Gesucht wird der Buchstabe M.
Zur Umsetzung in Programmiersprachen mit zerobased-Arrays beginnt die untere Grenze bei 0.
Die zu vergleichenden Positionen wären \begin{equation} %x= 1 + (13-1) \cdot (17-1) / (24-1) = 9,3 = 9 x = 0 + (13-1) \cdot (17-0) / (24-1) = 8,35 = 8 \end{equation} Da der Wert an der Stelle 8 kleiner ist als der gesuchte Wert wird die Suche rechts der Mitte fortgesetzt (Addition mit 1). \begin{equation} %x= 9 + (13-9) \cdot (17-9) / (24-8) = 11 x = 9 + (13-9) \cdot (17-9) / (24-9) = 11,13 = 11 \end{equation} s. oben \begin{equation} %x= 11 + (13-11) \cdot (17-11) / (24-12) = 12 x = 12 + (13-13) \cdot (17-11) / (24-12) = 12 \end{equation} An der Stelle 12 steht das M, die Suche endet erfolgreich.

Übung:
Wie viele Schritte wären mit der Binären Suche nötig gewesen?
Lösung

Mit der Binären Suche wären 5 Schritte erforderlich. Teilung bei Wert(Position): 8(8), 14(13), 12(10), 12(11), 13(12).

Fibonacci Suche

Dieses Verfahren stellt eine Variation der Binären Suche da und arbeitet nach einer ähnlichen Vorgehensweise. Da die Laufzeit aber nicht besser ist wird es nur in Grundzügen dargestellt. Der Suchraum wird dabei nicht symetrisch geteilt, sondern asymetrisch. Da die Teilbereiche den Suchraum überdecken müssen, muss zumindest der zweite Teil des Suchbereiches berechnet werden. Dies geschieht durch Subtraktion, es ist keine Division mehr notwendig. Die Bildung der Teilbereiche geschieht dabei ebenso wie bei der Binären Suche solange, bis das Element bei der Teilung gefunden wurde beziehungsweise nur noch ein Element in einem Teilbereich vorhanden ist. Durch die Berechnung der Fibonacci-Zahlen wird der Algorithmus nicht nur komplizierter (Stichwort kognitive Effizienz), sondern die Berechnung fließt auch in die Laufzeit mit ein. Der Bestcase ist wie beim Binären Suchen in \mathcal O(1), der Average-Case ergibt sich aus der Berechnung der Fibonacci-Zahlen \mathcal O(\log_{1.618}(n+1))=O(\log_2 n).


Binäre Suchbäume

Die genutzte Datenstruktur wird nun vom Feld in einen Baum geändert. In den Knoten des Baumes werden die Datensätze beziehungsweise die Suchschlüssel abgespeichert. Damit ein Binärbaum ein binärer Suchbaum ist, muss jeder seiner Knoten die Suchbaum-Eigenschaft erfüllen. Diese besagt, dass der Suchschlüssel eines jeden Knotens im linken Teilbaum des betrachteten Knotens kleiner sein muss als der Suchschlüssel des betrachteten Knotens. Ebenso ist der Suchschlüssel des betrachteten Knotens kleiner als alle Suchschlüssel der Knoten im rechten Teilbaum. Die folgenden Abbildungen veranschaulichen die Suchbaum-Eigenschaft.
S3rostri_Baum.png S3rostri_Baum2.png
Ebenfalls wird deutlich, dass eine Reihe von Werten durch mehrere binäre Suchbäume dargestellt werden können, der Unterschied liegt in der Höhe h der Bäume. Ein binärer Suchbaum kann als verkettete Liste implementiert werden, wobei jeder Knoten Verweise auf andere Knoten als Attribute erhält. Nötig sind die Verweise auf die zwei direkten Kinder sowie den Vaterknoten oder Parentnode. Gibt es keinen Kind- oder Vaterknoten, erhält das zugehörige Attribut den Wert NIL. Die Wurzel eines Binärbaumes ist also der Knoten, bei dem das Attribut Vaterknoten den Wert NIL besitzt. Die Laufzeit aller Operationen auf dem Baum ist immer abhängig von seiner Höhe. Für die Suche eines Elements benötigt man maximal \mathcal O(h) Schritte. Besonders gut deutlich wird dies bei der Suche nach dem Maximum oder dem Minimum: Es wird immer am linken Teilbaum entlanggegangen, die Höhe h legt die Schritte fest. Auch Operationen wie das Einfügen oder das Löschen von Datensätzen findet in Abhängigkeit der Baumhöhe statt.

Übung:
Fügen Sie in dem linken der obigen Bäume einen Knoten mit dem Schlüssel 7 ein. Wie viele Schritte sind notwendig?

Interessant zu wissen wäre natürlich die Abhängigkeit der Laufzeit von n. Dies ist aber schwierig zu sagen, da, wie bereits erwähnt, verschiedene Bäume für die gleiche Eingabe möglich sind. So kann im Worstcase (Baum erstellt nach sortierter Eingabe beginnend beim kleinsten Element) die Laufzeit durchaus in \mathcal O(n) liegen (degenerierter Baum). Ziel muss es also sein, möglichst ausbalancierte Bäume zu bekommen. Diese werden in den folgenden Abschnitten vorgestellt.

Rot-Schwarz-Bäume

Um den Worstcase der Binärbäume zu verhinden, entwickelte R. Bayer 1972 die Rot-Schwarz-Bäume. Jeder Knoten besitzt dabei ein zusätzliches Attribut (Bit), durch das seine Farbe beschrieben wird. Diese kann Rot oder Schwarz sein. Die näherungsweise Ausbalancierung wird nun dadurch erreicht, dass ein Pfad von der Wurzel bis zu einem Blatt nur eine festgelegte Färbung besitzen darf. Damit ein Binärbaum ein Rot-Schwarz-Baum ist, muss er folgende Eigenschaften erfüllen.

  1. Jeder Knoten ist entweder rot oder schwarz
  2. Die Wurzel und jedes Blatt sind schwarz
  3. Ist ein Knoten rot, sind seine beiden Kinder schwarz
  4. Für jeden Knoten k gilt: Alle Pfade, die an k starten und in einem Blatt des Teilbaums von k enden, besitzen die gleiche Anzahl schwarzer Knoten


Baumsr.png
Entlang des Pfades von einem Knoten x zu einem Blatt bezeichnet man die Anzahl der schwarzen Knoten als die Schwarzhöhe bh(x). x wird dabei nicht mitgezählt. Die Schwarzhöhe eines ganzen Baumes bezeichnet man als Schwarzhöhe seiner Wurzel. Desweiteren werden Blätter in den Betrachtungen weggelassen, da nur die inneren Knoten die Suchschlüssel enthalten.

Lemma:
Die maximale Höhe für einen Rot-Schwarz-Baum mit n Knoten beträgt 2\cdot \lg(n+1)
Beweis

Beweis Teil 1:
Es gilt für einen beliebigen Knoten x: Jeder Teilbaum von x hat mindestens 2^{bh(x)}-1 innere Knoten.
Beweis durch Induktion:
Induktionsanfang:
Wenn bh(x)=0, dann ist x ein Blatt. Der Teilbaum hat 2^0-1=0 innere Knoten.
Induktionsschritt:
x sei ein innerer Knoten mit positiver Höhe und 2 Kindern.
Für die Kinder gilt: bh(Kind)=bh(x), wenn die Farbe des Kindes Rot ist, bh(Kind)=bh(x)-1, sonst.
Außerdem gilt: h(Kind) < h(x). Daraus folgt für die Anzahl der Knoten der Kinder direkt: \begin{equation} 2^{bh(x)-1}-1 \end{equation} Daraus ergibt sich für den Teilbaum von x eine minimale Knotenzahl von \begin{equation} (2^{bh(x)-1}-1) + (2^{bh(x)-1}-1) +1 \end{equation} Durch die Umformung \begin{equation}

(2^{bh(x)-1}-1) + (2^{bh(x)-1}-1) +1

\end{equation} \begin{equation} = 2\cdot (2^{bh(x)-1}-1) + 1 \end{equation} \begin{equation} = (2^{bh(x)}-2) +1 \end{equation} \begin{equation} = 2^{bh(x)}-1 \end{equation} ist der Beweis für die minimale innere Knotenzahl erbracht.

Beweis Teil 2:
Für jeden Pfad von einem Knoten zu einem Blatt gilt: Mindestens die Hälfte der Knoten ist schwarz. (aus Eigenschaften von Rot-Schwarz-Bäumen)
Sei h die Höhe des Baumes, so ist die Schwarzhöhe der Wurzel mindestens \frac{h}{2}. Daraus folgt: \begin{equation} n\geq 2^{h/2}-1 \end{equation} \begin{equation} \leftrightarrow lg(n+1)\geq \frac{h}{2} \end{equation} \begin{equation} \leftrightarrow h\leq 2\cdot \lg(n+1) \end{equation}

Da die Laufzeiten der Operationen auf einem Binärbaum von dessen Höhe abhängen und nun bei den Rot-Schwarz-Bäumen die Höhe maximal 2 \cdot \lg(n+1) beträgt, können die Operationen in \mathcal O(\lg n) durchgeführt werden, was eine enorme Effizienzsteigerung darstellt. Es sei darauf hingewiesen, dass bei bestimmten Operationen, wie dem Hinzufügen oder Löschen von Elementen, auf den Erhalt der Rot-Schwarz-Baum-Eigenschaften geachtet werden muss. Dies muss in den Verfahren ebenfalls erfolgen, doch kann gezeigt werden, dass auch diese Verfahren Laufzeiten in \mathcal O(\lg n) haben. Vorausgesetzt wird dabei jedoch, dass die Daten im Arbeitsspeicher vorliegen. Bei sehr großen Datenmengen (Datenbanken) ist das nicht der Fall. Deshalb entwickelte R. Bayer 1972 den B-Baum, bei welchem ein Knoten tausende Kinder haben kann.

AVL-Bäume

Wie bereits deutlich wurde ist es für Binärbäume wichtig, eine möglichst geringe Höhe zu haben. 1962 wurden von G. Adelson-Velskii und Y. Landis die AVL-Bäume eingeführt. Ein Binärer Suchbaum ist genau dann ein AVL-Baum, wenn jeder seiner Knoten höhenbalanciert ist. Ein Knoten ist genau dann höhenbalanciert, wenn sich die Höhen der Teilbäume der Kinder des Knotens maximal um eins unterscheiden. Der linke der obigen Binärbäume ist ein AVL-Baum, der rechte nicht. Desweiteren sind AVL-Bäume besser balanciert als Rot-Schwarz-Bäume, da es für jeden AVL-Baum möglich ist, einen Rot-Schwarz-Baum anzugeben. Andererseits gibt es Rot-Schwarzbäume, die keine AVL-Bäume sind. Beweis:
S3rostri_sr-noavlbaum.png

Dieser Baum ist eine Variation des rechten Baumes der Abbildung aus Binärbäume. Er ist zwar ein Rot-Schwarz-Baum, aber kein AVL-Baum. Da wie üblich bei Binärbäumen die Laufzeit abhängig von der Höhe ist, liegt das größte Interesse im Verhältnis von n zur Höhe h.

Die Laufzeit der Suche in einem AVL-Baum liegt in \mathcal O(\log n)

Dafür ist zu zeigen, dass die Höhe h eines AVL-Baumes mit n Knoten \log n beträgt.

Beweis

Hashing

Das häufig genutzte Hashing wird vor allem dort angewandt, wo große Datenmengen in kurzer Zeit durchsucht werden müssen. Man benötigt für das Hashing eine sogenannte Hashtabelle und eine Hashfunktion h. Diese berechnet aus dem Schlüssel k des Datensatzes die Position h(k), an die in der Tabelle der Datensatz gespeichert wird. Die Hashtabelle t wird meist als einfaches Feld mit der Länge m implementiert. Allerdings sagt die Feldgröße nichts über deren Belegung aus. Dazu bedarf es der Variablen n, welche angibt, wie viele Datensätze wirklich im Feld gespeichert sind. Aus m und n lässt sich nun der Belegungsfaktor \alpha =\frac{n}{m} berechnen. Hashfunktionen können zwar surjektiv sein, niemals aber injektiv. Deshalb ist es möglich, dass zwei Schlüsseln der gleiche Hashwert zugeordnet wird, es gilt also h(k)=h(k'). Dies bezeichnet man als Kollision, k' nennt man Überläufer. Diese Kollisionen sind nicht selten, im Gegenteil. Man muss davon ausgehen, dass es zu Kollisionen kommt. Ein Vergleich ist mit dem Geburtstagsparadoxon möglich, dem die gleiche Berechnung zugrunde liegt. Angewandt bedeutet dies, dass bei einer Hashtabelle mit m=365 und n=23 die Wahrscheinlichkeit für eine Kollision größer als 0.5 ist. Für weitere Betrachtungen zur Auftretungswahrscheinlichkeit von Kollisionen siehe V. Heun: Grundlegende Algorithmen. Natürlich gibt es viele verschiedene Hashfunktionen mit unterschiedlichen Berechnungsansätzen und Kollisionswahrscheinlichkeiten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie schnell zu berechnen sein müssen, das heißt ihre Laufzeit darf nicht von der Anzahl der Schlüssel abhängig sein, sondern nur vom Schlüsselwert. Einige seien im Folgenden vorgestellt.

Multiplikationsmethode

String-Matching


Übungen

Literaturverzeichnis


Kontakt

Sollten während der Nacharbeitung der Vorlesung Fragen auftreten, können diese gern gestellt werden.

Dana Müller
Robert Stricker