P-NP-Problem WS13-14

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

In diesem Abschnitt, möchten wir das P-NP-Problem näher betrachten.
Vielmehr handelt es sich dabei um spezielle Gruppen von Problemen, von denen manche einfacher und andere schwieriger zu lösen sind. Es gibt Optimierungsprobleme, wie etwa das bereits behandelte Problem des Handelsreisenden. Dieser Art von Problemen kann man auch ein Entscheidungsproblem anhängen.
In diesem Fall wäre die Frage: "Gibt es einen Weg k, der kürzer ist als das vom Optimierungsalgorithmus errechnete Ergebnis?"

Aus den vorangegangenen Vorlesungen wissen wir, dass es viele unterschiedliche Probleme gibt und dass sich manche mit polynomialen Aufwand lösen lassen und andere nicht.
An dieser Stelle folgt eine kurze Wiederholung des Polynom-Begriffs: Ein Polynom ist eine endliche Summe von Potenzen mit ganzzahligen Exponenten.

allg.: \sum_{i=0}^n a_ix^i = a_0 + a_1x + a_2x^2 +...+ a_nx^n, n\geq0

Die Klassen P und NP

NP-Vollständigkeit

Polynomiale Reduktion

NP-schwere Probleme

NP-vollständige Probleme

Nachweis der NP-Vollständigkeit eines Problems

Satz von Steven A. Cook

Das Ramsey-Problem

Vorteile praktischer Unlösbarkeit

Nun kann aber die Unlösbarkeit bestimmter Probleme auch zu unserem Vorteil genutzt werden. Sie findet Anwendung in der Kryptographie, die sich mit Methoden der Geheimhaltung von Daten beschäftigt. Dabei ist die Kryptologie eng mit der Kryptographie verbunden. Sie stellt die Wissenschaft von den (offenen) Geheimschriften dar und bildet mit Hilfe der Kryptoanalyse Vorschriften zur Entzifferung von Code.
In der Praxis greift man auf Ver- und Entschlüsselungsverfahren zurück, die nicht oder nur sehr schwer lösbar sind.
Zur Verschlüsselung wird ein Schlüssel benötigt, der die zu übertragenden Daten codiert. Dieser Schlüssel muss dem Empfänger zur Verfügung gestellt werden, damit die codierten Daten wieder entschlüsselt werden können. Hierbei kann es allerdings zu Schwierigkeiten kommen: erfolgt die Übertragung des Schlüssels unverschlüsselt, kann von außen unbefugt auf gesendete Daten zugegriffen werden, was dem Ziel der Verschlüsselung widerspricht. Zudem können die abgefangenen Informationen manipuliert werden, ohne dass der Empfänger von der potenziellen Gefahr weiß. Wird der Schlüssel allerdings verschlüsselt übertragen, kann keine Decodierung der Daten vorgenommen werden, da der Schlüssel für den Empfänger nicht lesbar ist.
Um dieses Problem bei der Übertragung des Schlüssels zu umgehen, kann man einen öffentlichen Schlüssel verwenden, der zum Beispiel beim RSA-Verfahren zum Einsatz kommt.

RSA-Verfahren

Das RSA-Verfahren ist das erste Public-Key-Kryptosystem und wurde 1977 von Rivest, Shamir und Adleman erfunden.
Der öffentliche Schlüssel C besteht aus den zwei Teilen m und e und wird zur Verschlüsselung einer Nachricht benutzt. Unter Verwendung des privaten Schlüssels D, welcher m und den geheimen Teil d enthält, kann die Nachricht dechiffriert werden.

Schlüsselerzeugung

Wir bestimmen m, indem wir zwei möglichst große Primzahlen p und q wählen und diese miteinander multiplizieren, d.h. m=p \cdot q. Die Primzahlen sollten mehr als 200 Stellen haben. Danach ermitteln wir \varphi(m), welches die Anzahl der Zahlen von 1,...,m-1, die zu m teilerfremd sind, angibt.
Dabei gilt für Primzahlen p\neqq''':''' \varphi(p \cdot q)=(p-1)\cdot(q-1).
Desweiteren wählen wir eine zufällige Zahl e, sodass ggT(\varphi(m),e)=1 eintritt. Dadurch können wir den geheimen Teil d=e^{-1} \bmod \varphi(m) berechnen.

Beispiel

p=17   q=19

m=p \cdot q=17 \cdot 19=323

\varphi(m)=(p-1)\cdot(q-1)=16 \cdot 18=288

zufällig: e=5

d=e^{-1} \bmod \varphi(m)=5^{-1} \bmod 288=173

öffentlich: (323,5)   geheim: (323,173)
Bemerkung: Der geheime Teil d kann mit Hilfe des Euklidischen Verfahrens berechnet werden.

Für die Codierung bzw. Decodierung benutzen wir folgende Vorschriften:

  • Verschlüsselung: x \longmapsto x^{e} \bmod m
  • Entschlüsselung: y \longmapsto y^{d} \bmod m

Analog zu unserem Beispiel wählen wir für den zu verschlüsselnden Klartext den Wert x=13.

y=13^{5} \bmod 323=166
x=166^{173} \bmod 323=13

Fazit

Es gelingt uns nur d zu berechnen, wenn uns m bekannt ist. Folglich müssen wir die Primzahlen p und q kennen, denn m=p \cdot q. Diese sind allerdings aufgrund ihrer Größe nur mit exponentiellem Aufwand bestimmbar.
Der Vorteil des RSA-Verfahrens liegt also in der Faktorisierung von m, für die es bisher keinen effizienten Algorithmus gibt, und die Lösung einer Verschlüsselung praktisch unlösbar macht.

Übungen

Literaturverzeichnis

  • Wagenknecht, Christian: Algorithmen und Komplexität, Fachbuchverlag Leipzig, 2003
  • Cormen, Thomas; Leiserson, Charles; Rivest, Ronald; Stein, Clifford: Algorithmen, eine Einführung,Oldenbourg Verlag, 2007