Minimaler Spannbaum SS12

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Inhaltsverzeichnis

Wozu?

Minimale Spannbäume (englisch: Minimal Spanning Tree, Abkürzung: MST) können zum lösen vieler Probleme genutzt werden. Ein Problem, dass man mit MST lösen kann ist z.B., dass verbinden mehrerer Inseln mit Brücken. Man möchte, dass alle Inseln miteinander verbunden sind und die Brücken minimale Länge haben und damit minimale Kosten entstehen. Dabei sollen die Inseln so verbunden werden, dass man alle Inseln über die Brücken berreisen kann und keine redundanten Brücken entstehen. Redundante Brücken sind Brücken mit der man eine Insel erreicht, die man auch über einen anderen ggf. längeren Weg hätte erreichen können. Längerer Weg heißt in diesem Fall, dass man über (eine) andere Brücke(n) reisen muss um die Insel zu erreichen.


Spannbäume

Muessigd_Spannbaum.png
Spannbaum

Im Folgenden soll eine Einführung in die Begriffe und Grundvorraussetzungen für MST gegeben werden. Die Begriffe werden dabei anhand des Beispiels aus dem Punkt Wozu? erklärt.
Im allgemeinen hat man n-Knoten die man zu einem Spannbaum verbinden möchte. Wir haben also n-Inseln die miteinander verbunden werden sollen. Dazu benötigt man immer n-1 Kanten (Brücken).
Man geht immer von einem zusammenhängenden, gewichteten und ungerichteten Graphen G=(V,E) aus. V ist die Menge der Knoten und E ist die Menge der möglichen Verbindungen zwischen allen Parren von Knoten. In unserem Beispiel also alle möglichen Brücken. Jede Kante (u,v)\in E besitzt ein Gewicht w(u,v) (deshalb gewichtet), dass die Länge (auch Kosten gennant) angibt. Ein Graph G ist ungerichtet, wenn die Kanten des Graphen keine Pfeile sondern Striche sind. Das heißt also, dass es innerhalb des Graphen keine Einschränkung der Wege gibt. Ein ungerichteter Graph heißt zusammenhängend, wenn es zu je zwei belliebigen Knoten u und v einen ungerichteten Weg gibt mit u als Startknoten und v als Endknoten.
Die Kante (u,v) ist die Kante, die die beiden Knoten u und v verbindet. Ist S eine azyklische Teilmenge S \subseteq E die alle Knoten verbindet so ist dies ein Spannbaum. Azyklisch bedeutet, dass sich keine Kreise bilden dürfen. Da dies eine nötige Bedingung für Baum ist. Der Spannbaum ist eine Sonderform des Baums, denn es ist ein Baum der einen Graphen aufspannt.

Minimale Spannbäume

Muessigd_Spannbaumkrusk.png
minimaler Spannbaum

Die azyklische Teilmenge T \subseteq E, die alle Knoten miteinander verbindet ist ein Spannbaum. Ist das Gesamtgewicht minimal so ist dies ein minimaler Spannbaum.

w(T)=\sum_{(u,v)\in{}T}{w(u,v)}

Scheme-Prozedur zur Berechnung des Gewichts.

Auf der rechten Seite ist ein minimaler Spannbaum zu sehen. Die roten Kanten sind die Kanten des minimalen Spannbaums die grauen Kanten, sind die Kanten, die vom Graphen nicht benötigt werden.

Zur Bestimmung minimaler Spannbäume gibt es zwei bekannte Algorithmen. Einen von Kruskal und einen von Prim. Beide haben eine Laufzeit unter Verwendung binärer Heaps von \mathcal{O}(E\lg{}V). Der Prim-Algorithmus läuft jedoch effektiver unter Verwendung von Fibonacci-Heaps mit einer Laufzeit von \mathcal{O}(E+V\lg{}V). Dies ist eine Verbesserung unter der Vorraussetzung, dass |V| wesentlich kleiner ist als |E|.

Beide Algorithmen sind Greedy-Algorithmen

Beispiel

Muessigd_Graph-kanaren.jpg
Graph Kanaren

G=(V,E)
V=\{A, B, C, D, E, F, G\}
E=\{(A, B), (A, C), (A, D), (A, F), (A, G),
         (B, C), (B, E),
         (C, D), (C, E),
         (D, E), (D, F),
         (E, F), (E, G),
         (F, G)\}

Gewicht der Kanten (in km):
w(A, B)=67   w(A, C)=58   w(A, D)=90   w(A, F)=386   w(A, G)=390
w(B, C)=60   w(B, E)=202
w(C, D)=28   w(C, E)=154
w(D, E)=62   w(D, F)=217
w(E, F)=117   w(E, G)=171
w(F, G)=16

Namen der Inseln

A - Isla de la Palma
B - Hierro
C - Isla de la Gomera
D - Tenerife
E - Gran Canaria
F - Fuerteventura
G - Lanzarote

Aufgabe 1
Der Graph zeigt die Kanarischen Inseln zwischen diesen Inseln sollen durch Fähren verbunden werden. Dabei sollen die Fähr-Verbindungen so billig wie möglich sein. Es ist davon auszugehen, dass je kürzer die Entfernung ist, desto billiger ist die Fähr-Verbindung. Es muss einen Weg zwischen je zwei Inseln geben, direkte Verbindungen sind nicht notwendig. Die Menge der Kanten sind die möglichen Fähr-Verbindungen.
Wie viele Fähr-Verbindungen sind notwendig? Welche Verbindungen sollten gewählt werden? Wie groß ist die Gesamtstrecke der Fähr-Verbindungen?

Lösung

6 Fähr-Verbindungen sind notwendig.
Kanten des minimalen Spannbaums mit Wichtung:
w(A, C)=58   w(C, D)=28   w(B, C)=60   w(D, E)=62   w(E, F)=117   w(F, G)=16
Die Gesamtstrecke der Fähr-Verbindung beträgt 341km

Überschrift für Definitionen, Theorem und Korollar

Algorithmen zum Bilden minimaler Spannbäume

Generischer Algorithmus

Im generischen Algorithmus ist die Greedy-Strategie verarbeitet. Dies bedeutet, dass in jedem Schritt eine Kante dem Baum hinzugefügt wird.

Idee

A ist eine Kantenmenge und wird vom Algorithmus verarbeitet. Dabei ist A vor jeder Iteration eine Teilmenge eines minimalen Spannbaums. Während der Laufzeit des Algorithmus wird in jedem Schritt eine Kante (u,v) bestimmt, sodass auch A\cup{}{(u,v)} eine Teilmenge eines minimalen Spannbaums ist. A muss dabei immer azyklisch sein, damit wenn der Algorithmus terminiert A ein Spannbaum ist. Solange der Algorithmus ausgeführt wird, ist der Graph G_{A}=(V,A) ein Wald. Die Zusammenhangskomponenten des Waldes sind Bäume. Diese Bäume können auch nur aus einem einzigsten Knoten bestehen. Dies ist zum Beispiel zu Beginn der Fall. Zu diesem Zeitpunkt gibt es |V| Bäume. Die while-Schleife wird |V|-1 mal ausgeführt, da ein Spannbaum aus Knoten - 1 Kanten besteht. Nach jedem Schleifendurchlauf verringert sich die Anzahl der Bäume im Wald um eins. Sobald der Wald aus nur noch einem Baum besteht terminiert der Algorithmus.

Pseudocode

Generischer_minimaler_spannbaum(G, w)
A\leftarrow{}\emptyset{}
while A kein Spannbaum
   do bestimme sichere Kante (u,v) für A
      A\leftarrow{}A\cup{}{(u,v)}
return A

Beweis



Algorithmus von Kruskal

Idee

Basierend auf dem generischen Algorithmus funktioniert der Algorithmus nach Kruskal nach folgendem Prinzip:

  1. Nimm die kleinste Kante (u,v) aus E(G).
  2. Prüfe ob die Kante für den Spannbaum nützlich ist.
  3. Füge die Kante dem Baum hinzu.

Dieses Verfahren nenn man auch die FIND-UNION-Methode.

Pseudocode

Aus der Idee lassen sich nun folgende Pseudocodes entwickeln:

Iterativ:
Spannbaum T = null;
for alle v aus V[G] 
    Knoten(v);
    Leader(v) = v;
for alle (u,v) aus E[G]
    if ( Leader(u) != Leader(v) )
        Leader(u) = v;
        T = T + (u,v);
return T;
Rekursiv:

Implementierung


Das Gewicht des minimalen Spannbaums lässt sich mit der oben erläuterten Scheme-Prozedur berechnen.


Algorithmus von Prim

Muessigd_Prim.gif
Algorithmus von Prim Animation

Idee

Pseudocode

prim(V,E,ls)
if length(V) - 1 == length(ls)
  then return ls
  else 
    if ls == null
      then ls \leftarrow{} kuerztKante(erstesElement(V))
      else vls \leftarrow{} verwendeteKnoten(ls)
        mls \leftarrow{} moeglicheKanten(vls)
        ls \leftarrow{} ls + kuerztKante(mls)
        prim(V,E,ls)

Implementierung

Das Gewicht des minimalen Spannbaums lässt sich mit der oben erläuterten Scheme-Prozedur berechnen.

Algorithmus von Sibeyn


Anwendungen

Den minimalen Spannbaum kann man zum lösen vieler anderer Graphenprobleme verwenden. Im Folgenden sollen das Steinerbaumproblem und das Problem des Handelsreisenden erläutert werden.

Steinerbaumproblem

Touren des Handelsreisenden


Bewertung und Vergleich

Literatur