Durchläufe durch Graphen SS12

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Archivierte Version vom 2012-05-12T10:57:38+00:00. Aktuelle Version

Inhaltsverzeichnis

Der Graphendurchlauf (engl. graph traversal) bildet die Grundlage vieler Graphenalgorithmen. Die Idee besteht darin, alle Knoten bzw. Kanten in einem Graphen systematisch zu besuchen, um beispielsweise Informationen über dessen Struktur zu sammeln.

Croxeldyffic_Labyrinth02.png
Ein Labyrinth mit Startpunkt (grün) und Ziel (rot)

Als Motivation für die Lösung dieses Problems soll folgendes Beispiel dienen: Eine Person befindet sich in einem Labyrinth, und sucht einen Ausgang, indem sie alle möglichen Kreuzungen von Gängen in Augenschein nimmt. Übertragen auf die Graphentheorie, existieren hierfür zwei bekannte algorithmische Lösungsverfahren, die Hauptgegenstand dieser Vorlesung sind. In unserem Beispiel sind die Gänge des Labyrinths die Kanten und alle Kreuzugen die Knoten des Graphen.

Stellen wir uns vor, die eingeschlossene Person folgt einem bestimmten Gang solange, bis sie in eine Sackgasse gerät, zur letzten Kreuzung zurückkehrt und einem anderen Weg auf die gleiche Art verfolgt. Dieses systematische Vordringen in die "Tiefe" nennen wir Tiefensuche. Sucht jedoch eine Gruppe von Leuten den Ausgang, so ist es wahrscheinlicher, dass sie gemeinsam vom Startpunkt ausschwärmen in die "Breite" vordringen. Analog dazu sprechen wir von einer Breitensuche.

Am Ende des Kapitels wird es uns möglich sein, das Labyrinth-Problem mithilfe der beiden Algorithmen zu lösen.

Note: Durchlauf (traversal) $\neq$ Suche (search)!
Info

Traversal simply means moving from one node to the next. Generally one searches by traversing the list, comparing each node's data with a given datum, either to return a pointer to a single matching node, or to return a list of matching nodes (copied from the list being searched), or simply to collect data about the matching nodes (such as a count of all the matching nodes).


Wiederholung

Zum Verständnis der später vorgestellten Graphenalgorithmen sind grundlegende Kenntnisse über Graphen und spezielle Datenstrukturen notwendig, die jedoch bereits Themen in vorigen Veranstaltungen waren und im Folgenden nur aufgefrischt werden sollen.

Graphrepräsentation

\rightarrow siehe Vorlesung Graphrepräsentation

Kontrollfragen:

      
  1. Was ist der Unterschied zwischen gerichteten und ungerichteten Graphen?
         
    Lösung
           
        
      Croxeldyffic_G01.PNG
      Ein ungerichteter Graph
      Croxeldyffic_G01_1.PNG
      Ein ungerichteter Graph
              Die Kante (u,v) in einem ungerichteten Graphen ergibt zwei Kanten (u,v) und (v,u) in einem gerichtetetn Graphen. 
      Ungerichtete Graphen besitzen keine Schlingen.
        
    1. Welche Darstellungsformen für Graphen gibt es?
      1. Wie können diese im Computer realisiert werden?
      2. Welche ist am besten?
      Lösung
           
      1. Matrix oder Liste (Inzidenz/Adjazenz)
      2. Bei Adjazenzdarstellung ist mit steigender Kantenzahl eine Matrix besser.

    Bäume und Preorder-Traversierung

    \rightarrow siehe Vorlesung Sortierte Folgen

    Datenstrukturen Stack und Queue

    \rightarrow siehe Vorlesung Prioritätswarteschlangen

    Kontrollfragen:

        
    1. Nach welchem Prinzip arbeitet eine Warteschlange?
      Lösung
        
    2. Nach welchem Prinzip arbeitet ein Stack?
    3. Lösung
           

    Unterscheidung von Durchlaufproblemen

    Durchlauf aller Knoten

    Allgemeiner Durchlauf-Algorithmus

    Um alle Knoten in einem Graphen durchlaufen und am Ende eine vernünftige Durchlaufordnung angeben zu können, überlegen wir uns folgendes Verfahren:

      
  2. Eingaben: Graph G als Adjazenzlisten- oder -matrixdarstellung, eine Menge von Knoten mit den Zuständen unbesucht und besucht und eine Arbeitsliste L, die besuchte aber noch nicht abgearbeitete Knoten beinhaltet.
  3. Algorithmus:
    1. Initialisierung: nur der Startknoten v ist mit besucht markiert und befindet sich in der Arbeitsliste L
    2. solange L nicht leer ist:
      1. wähle einen Knoten v aus L
      2. wähle und markiere einen unbesuchten Nachbarn u von v als besucht und speichere u in die Arbeitsliste L
      3. besitzt v keine unbesuchte Nachbarn, entferne v aus L

    Algorithmus: Graphendurchlauf_allgemein (Graph G, Knoten v \in V(G), Arbeitsliste L)
    \begin{array}{l|l} 1 & v \leftarrow besucht\\ 2 & L \leftarrow L \oplus v\\ 3 & \mathbf{while}\; (L \neq\: \emptyset)\; \mathbf{do} \\ 4 &\;\;\;\;\; \text{\small waehle Knoten } v \in L \\ 5 &\;\;\;\;\;\; \mathbf{if}\; (\!\text{\small es gibt } u \in V(G) \text{\small mit } u=Nachbar\; von\; v \text{\small und } u=unbesucht)\; \mathbf{then} \\ 6 &\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\; u \leftarrow besucht\\ 7 &\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\; L \leftarrow L \oplus u\\ 8 &\;\;\;\;\;\; \mathbf{else}\; L \leftarrow L \ominus u \\ \end{array}
    end Graphendurchlauf_allgemein

  4. u.a. Hamiltonkreise/ -pfade

    Durchlauf aller Kanten

    u.a. Eulerkreise/ -pfade

    Rekursiver Tiefen-Durchlauf-Algorithmus

    Um alle Knoten in einem Graphen durchlaufen und am Ende eine vernünftige Durchlaufordnung angeben zu können, überlegen wir uns folgendes Verfahren:

    • Eingaben:
          
      1. Graph G als Adjazenzlisten- oder -matrixdarstellung
      2. Eine Menge von Knoten mit den Zuständen:
        1. farbe=weiss für unbesuchte Knoten
        2. farbe=grau für besuchte Knoten
        3. farbe=schwarz für abgeschlossene Knoten

        4. pi=nil (der Vorgänger)
        5. d[u]=0 (die Zeit der Entdeckung)
        6. f[u]=0 (die Zeit des Abschließens)
    • Algorithmus:
      1. Initialisierung: alle Knoten V(G) werden mit weiss und nil belegt, zeit=0
      2. solange L nicht leer ist:
        1. wähle einen Knoten v aus L
        2. wähle und markiere einen unbesuchten Nachbarn u von v als besucht und speichere u in die Arbeitsliste L
        3. besitzt v keine unbesuchte Nachbarn, entferne v aus L

      Algorithmus: Graphendurchlauf_allgemein (Graph G, Knoten v \in V(G), Arbeitsliste L)
      \begin{array}{l|l} 1 & v \leftarrow besucht\\ 2 & L \leftarrow L \oplus v\\ 3 & \mathbf{while}\; (L \neq\: \emptyset)\; \mathbf{do} \\ 4 &\;\;\;\;\; \text{\small waehle Knoten } v \in L \\ 5 &\;\;\;\;\;\; \mathbf{if}\; (\!\text{\small es gibt } u \in V(G) \text{\small mit } u=Nachbar\; von\; v \text{\small und } u=unbesucht)\; \mathbf{then} \\ 6 &\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\; u \leftarrow besucht\\ 7 &\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\;\; L \leftarrow L \oplus u\\ 8 &\;\;\;\;\;\; \mathbf{else}\; L \leftarrow L \ominus u \\ \end{array}
      end Graphendurchlauf_allgemein

    Breitendurchlauf/ -suche

    Iterative Tiefensuche

    Anwendung/ weiterführende Themen

    Starke Zusammenhangskomponenten

    Topologisches Sortieren

    TSP und CPP


    Java-Test