BuK-Übung04
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Aufgabe 1
Satz 1: Eine Menge M ist genau dann aufzählbar, wenn sie semi-entscheidbar ist.
Teilaufgabe 1 (Jens Heider, Daniel Tasche, Felix Nitsche, Stefan Lüttke)
zu zeigen: Wenn M aufzählbar, dann M semi-entscheidbar.
Gegeben ist eine aufzählbare Menge. Daraus folgt, dass es eine Aufzählprozedur f für M gibt, welche die natürlichen Zahlen auf die Elemente von M abbildet. f : \N \mapsto M
zu zeigen: M ist semi-entscheidbar
Wenn M semi-entscheidbar ist, dann gibt es eine Prozedur \chi'_M, die für ein Wort aus der Menge M über dem Alphabet A^* wahr zurückgibt, wenn das Wort in der Menge enthalten ist und ansonsten ewig weiter läuft. \chi'_M(w) : A^* \mapsto \{\text{wahr}\}
\chi'_M(w) = \begin{cases} wahr; & \text{wenn } w \in M;\\ \bot; & sonst \end{cases}Durch Verwendung der Prozedur f kann entschieden werden, ob ein gegebenes Element in der Menge M enthalten ist. Dabei wird f für jedes i; mit i \in \N aufgerufen, f(0), f(1), f(2), ... Ergibt f(i) das Wort, dann gibt \chi'_M wahr zurück, ansonsten läuft die Prozedur ewig weiter.
\chi'_M(w) = \begin{cases} wahr; & \text{wenn } f(i) = w; i \in \N;\\ \bot; & sonst \end{cases}Teilaufgabe 2 (Tobias Salzmann, Ronald Krause, Robert Rosenberger, Stefan Scheumann)
ÜA: Vervollständigen Sie die Herleitung der Funktionen für x und y aus z = π(x, y) und geben Sie als Beispiel die Ermittlung von x und y aus z = π(1, 3) = 13 an.
Herleitung der Funktionen für x und y aus z = (x; y)
z =\frac{(x+y)(x+y+1)}{2} +y = t + y;
w = x + y;
Die Lösung von w^{2} + w + 2t = 0
w_{1,2}=-\frac{p}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{p}{2}\right)^2-q} w_{1,2}=-\frac{1}{2} \pm \sqrt{\left(\frac{1}{2}\right)^2+2t} w_{1,2}=-\frac{1}{2} \pm \sqrt{\frac{1}{4}+\frac{8t}{4}} w_{1,2}=-\frac{1}{2} \pm \sqrt{\frac{1+8t}{4}} w_{1,2}=-\frac{1}{2} \pm \frac{\sqrt{1+8t}}{2}für positives w ist w_1 = \frac{\sqrt{8t+1}-1}{2}
Außerdem gilt:
t \leq z , weil z=t+y
z= t + w - x, weil z=t+y und y=w-x
Unter Verwendung von z \leq \frac{(w+1)^{2} + (w+1)}{2} können wir w nach oben abschätzen.
Für z wird \frac{(w+1)^{2} + (w+1)}{2} eingesetzt:
\frac{\sqrt{4w^2+12w+9}-1}{2} = \frac{\sqrt{(2w+3)^2}-1}{2} = \frac{2w+2}{2} = \frac{2(w+1)}{2} = w+1
Um die beiden natürlichen Zahlen x und y aus z zu gewinnen, ist
als erstes w = \left\lfloor \frac{\sqrt{8z+1}-1}{2} \right\rfloor zu berechnen. Dann ergeben sich
t = \frac{w(w+1)}{2} und y = z -t sowie
x = w - yBeispiel: Ermittelung von x und y aus z=\pi(1,3) = 13
w = \left\lfloor \frac{\sqrt{8z+1}-1}{2} \right\rfloor = \left\lfloor \frac{\sqrt{8 \cdot 13+1}-1}{2} \right\rfloor = 4.623 = 4 y=13-\frac{w(w+1)}{2} = 13-\frac{4(4+v1)}{2} = 13 - 10 = 3 x=w-y = 4 - 3 = 1Kritik an der Aufteilung Aufgabenstellung wird bis Dienstag 15:00 Uhr entgegen genommen und Bearbeitet ;-)
Aufgabe 2
Satz 2: Jede Teilmenge einer abzählbaren Menge ist abzählbar, aber nicht jede Teilmenge einer aufzählbaren Menge ist aufzählbar.
Teilaufgabe 1 - Beweis (Felix Nitsche, Stefan Lüttke)
zu zeigen: Jede Teilmenge M_2 einer abzählbaren Menge M_1 ist abzählbar. Wenn M_1 eine abzählbare Menge ist, dann ist jede Teilmenge M_2 \subseteq M_1 abzählbar.
Da für M_2 = \emptyset die Aussage offensichtlich zutrifft kann angenommen werden dass wenigstens ein Element a \in M_2 existiert.
Für M_1 als abzählbare Menge existiert eine Funktion
welche die Menge der natürlichen Zahlen auf M_1 abbildet.
Dadurch kann man nun für M_2 die folgende Funktion angeben:
$ g(x) = \begin{cases} f(x); & f(x) \in M_1;\\ a; & sonst \end{cases} $
Durch diese Funktion wird nun jedem Element der natürlichen Zahlen eindeutig ein Element der Menge M_2 zugeordnet, wodurch deren Abzählbarkeit bewiesen ist.
Teilaufgabe 2 - Indirekter Beweis (Max Wielsch, Raik Bieniek)
zu zeigen: Nicht jede Teilmenge M_2 einer aufzählbaren Menge M_1 ist aufzählbar.
oder: Wenn M1 eine aufzählbare Menge ist, dann gilt nicht für alle Teilmengen M_2 ⊆ M_1, dass sie aufzählbar sind.
Indirekter Beweis: Behauptung: Wenn M_1 aufzählbar, dann jede Teilmenge M_2 ⊆ M_1 ist aufzählbar.
Gegeben:
- f: ℕ ↦ M_1; aufzählbar (surjektiv; berechenbar)
- M_2 ⊆ M_1
- Satz 1: Wenn M_2 entscheidbar ⇔ M_2 und M_1 \setminus M_2 aufzählbar.
- Satz 2: Wenn M_2 aufzählbar → dann ist M_2 semientscheidbar.
Gesucht:
- g: ℕ ↦ M_2; aufzählbar (surjektiv; berechenbar), d. h. es gilt Satz 1.
$g(x) = \left\{\begin{array}{cc} f(x); wenn\ f(x) ∈ M_2\\ a; wenn f(x) ∈ M1\setminus M_2\\ \end{array}\right. $
laut Satz 2:
$Χ'_{M_2,M_1}(w) = \left\{\begin{array}{cc} wahr; (f(i) = w) ∈ M_2; für\ i\ von\ 0\ bis\ ∞\\ ⊥; sonst\\ \end{array}\right. $
$Χ_{M_2,M_1}(w) = \left\{\begin{array}{cc} wahr; (f(i) = w) ∈ M_2; für\ i\ von\ 0\ bis\ ∞\\ falsch; (f(i) = w) ∈ M_1\setminus M_2 \\ \end{array}\right. $
Χ'_{M_2,M_1} vs. Χ_{M_2,M_1}; entscheidbar ☇ semi-entscheidbar. → Behauptung falsch → Satz wahr.
Aufgabe 3
Satz 3: Wenn die Menge M entscheidbar ist, dann ist M aufzählbar.
Beweis:
Es ist gegeben, dass M entscheidbar ist. Damit ist M auch semi-entscheidbar. Wie in Satz 1 bereits bewiesen wurde gilt, dass jede semi-entscheidbare Menge auch aufzählbar ist.
Aufgabe 4
Eine Menge M, mit M \subseteq A^* ist entscheidbar genau dann, wenn M und A^*\M aufzählbare Mengen sind.
Teilaufgabe 1 - Beweis Teil 1 (Ingo Körner, Christof Ochmann)
Hinrichtung des Satzes: Wenn M eine entscheidbare Menge ist, dann sind M und A^*\M aufzählbare Mengen.
Teilaufgabe 2 - Beweis Teil 2 (Tobias Salzmann, Ronald Krause)
zu zeigen: Wenn M und A^*\M aufzählbare Mengen sind, dann ist M eine entscheidbare Menge.
Da M und A^*\M aufzählbare Mengen sind, gibt es total berechenbare surjektive Funktionen für diese.
Für M lautet die Auzählfunktion f: \N \mapsto M:
f(n) = \begin{cases} f(n), & \text{wenn } f(n) \in M;\\ a, & sonst \end{cases}Hinweis: a \in M .
Für A^*\M lautet die Auzählfunktion g: \N \mapsto A^*\M:
g(n) = \begin{cases} g(n), & \text{wenn } g(n) \in A^*\text{ \M};\\ b, & sonst \end{cases}Hinweis: b \in A^*\M .
Beweis
Da zu zeigen ist, dass M entscheidbar sein soll, muss es eine total berechenbare Funktion \chi_M geben.
\chi_M(w) = \begin{cases} wahr, & \text{wenn } w \in M;\\ falsch, & \text{wenn } w \in A^*\text{ \ M} \end{cases}Es muss also eine Prozedur chi geben, welche für jedes Wort w in endlicher Zeit für ein i mit w = f(i) oder w = g(i) findet.
Da die Schnittmenge von M und A^*\M eine leere Menge ist, kann es kein w geben, welches in beiden Mengen vorkommt, sodass man genau sagen kann, ob w in der Menge M oder der Menge A^*\ M liegt.
M \cap (A^*\text{ \ M}) = \empty,\text{ gilt} f(i) = g(j) = w \text{ ausgeschlossen}Da das Wort w aus der Wortmenge A^* stammt und die Vereinigung der beiden Mengen die Wortmenge ist, muss das Wort in diesen beiden Mengen liegen. Um die Abzählbarkeit zu gewährleisten, wird abwechseln das i-te-Element aus f und g gesucht, sodass kein Wort vergessen wird.
\chi_M(w) = \begin{cases} wahr, & \text{wenn } f(i) = w;\\ falsch, & \text{wenn } g(i) = w \end{cases}Teilaufgabe 3 - Illustration (Robert Rosenberger, Stefan Scheumann)
Übung 4, Aufgabe 4 (Teilaufgabe 3)
Illustrieren Sie den Beweis (Aufgabe 4.2) durch ein Scheme-Programm.
