P-NP-Problem und Näherungsverfahren

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=P-NP=
==Einleitung==
<table><tr><td valign="top">
Ein zentrales Thema der Informatik ist es, für Probleme algorithmische Lösungen zu finden.
Die Theoretische Informatik versucht dabei für ganze Problemklassen allgemeine Lösungen zu finden.
Weiterhin ist es nicht zufriedenstellend nur irgendeine Lösung zu finden, die bestmögliche Lösung ist das Ziel.

Die Bildung von solchen Problemklassen ist, wie bei jeder Klassenbildung, eine Verallgemeinerung: eine Reduzierung auf wesentliche relevante Merkmale.
Ein solches Merkmal sollte bei den betrachteten Dingen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein, um Kategorien/Klassen bilden zu können.
Bei den Rest-Klassen in der Zahlentheorie z.B. werden Zahlen klassifiziert. Der Modulo bezüglich eines festgelegten Divisors ist das Klassifizierungsmerkmal.
Es lassen sich also Klassen von Zahlen bilden, die ein gemeinsames Merkmal haben: den gleichen Rest bei einem bestimmten Divisor.

Aber welches Merkmal weisen alle Probleme auf und könnte der Klassifizierung dienen?
Das wohl relevanteste Merkmal eines jeden Problems ist der Aufwand den die Lösung des Problems erfordert.
So ist die asymptotische Laufzeit eines problemlösenden Algorithmus eine Eigenschaft die zur Abgrenzung verwendet werden kann.

Bei so abstrakten Dingen wie "Problemen" stellt sich außerdem die Frage ob diese überhaupt gleichartig und damit klassifizierbar sind.
Es gibt verschiedene Arten von Problemen: Suchprobleme wie "Finde den Knoten mit dem größten Grad in einem Graphen" oder Optimierungsprobleme wie "Wieviele verschiedene Farben sind zur Einfärbung der deutschen Bundesländer mindestens notwendig" oder Entscheidungsprobleme wie "Ist ein Wort ein Palindrom".
Aber alle Probleme lassen sich auf Entscheidungsprobleme zurückführen. Die Problemstellung wird unter Angabe der Lösung umformuliert. Also statt "Finde den Knoten mit dem größten Grad in einem Graphen!" wird "Ist im Graphen $G$ der größte Grad $5\:$?" gefragt. Das Ergebnis kann nur noch Ja oder Nein sein.

Da die Gleichartigkeit nun festgestellt ist, müssen bei weitergehender theoretischer Betrachtung also nur Entscheidungsprobleme berücksichtigt werden, um pauschale Aussagen machen zu können. Außerdem erlaubt diese Feststellung, dass auf Entscheidungen basierende Konzepte wie Grammatiken und Automaten zulässige Hilfsmittel sind.
</td><td>
[[Bild:RaZ_Komp.png|250px|right]]
</td></tr></table>
<div style= "background-color:#DDDDDD; padding:10px">
;Zusammenfassung: Bei der Problemklassifizierung werden '''Probleme''' nach ihrem Lösungsaufwand in Kategorien eingeordnet. Da nur Algorithmen belegbare Aufwände aufweisen, wird der beste bekannte Algorithmus zur Lösung des Problems als Grundlage verwendet.
</div>

==Die Klasse P==
<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Definition: $\textbf{P}$ ist die Klasse aller Probleme, die mit deterministischen Algorithmen in polynomialer Zeit gelöst werden können.
</div>
'''Polynomiale Zeit?'''<br>
In der Mathematik ist ein Polynom ein Term, der nur aus Summen und Produkten zusammengesetzt ist z.B. $a+b\cdot b$.
Wenn die Laufzeit eines Algorithmus bezüglich einer Problemgröße $n$ mit einem solchen Polynom ausgedrückt werden kann, dann ist es der Klasse $\textbf{P}$ zuzuordnen.
Welche der folgenden Komplexitäten lassen auf Zugehörigkeit zur Klasse $\textbf{P}$ schließen?
<table>
<tr><td>a)</td><td>$\mathcal{O}(1)$</td></tr>
<tr><td>b)</td><td>$\mathcal{O}(n)$</td></tr>
<tr><td>c)</td><td>$\mathcal{O}(log(n))$</td></tr>
<tr><td>d)</td><td>$\mathcal{O}(\frac{2n}{n-1})$</td></tr>
<tr><td>e)</td><td>$\mathcal{O}(n^2)$</td></tr>
<tr><td>f)</td><td>$\mathcal{O}(n\:log(n))$</td></tr>
<tr><td>g)</td><td>$\mathcal{O}(n^{1000000})$</td></tr>
<tr><td>h)</td><td>$\mathcal{O}(1^n)$</td></tr>
</table>
<popup name="Lösung">
Alle
</popup>
'''Deterministisch'''
Der Algorithmus zur Lösung des Problems geht ohne Umwege den kürzesten Weg zum Ziel.

<div style= "background-color:#DDDDDD; padding:10px">
;Zusammenfassung: Durch die Klasse $\textbf{P}$ werden die praktisch effizient lösbaren Probleme zusammengefasst. Dazu wird eine obere Schranke in Form eines Polynoms definiert und Determinismus gefordert, so dass nur Probleme in die Klasse fallen, deren Aufwand im Verhältnis zur Problemgröße ein bestimmtes Maß nicht übersteigt.
</div>

==Die Klasse EXPTIME==
<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Definition: $\textbf{EXPTIME}$ ist die Klasse aller Probleme, die mit deterministischen Algorithmen in $\mathcal{O}(2^{p(n)})$ gelöst werden können, wobei $p(n)$ eine Polynomfunktion von n ist.
</div>
Da $p(n)$ auch $0$ sein kann ist die Klasse $\textbf{EXPTIME}$ damit eine Übergruppierung. Das bedeutet, dass $\textbf{P}$ in $\textbf{EXPTIME}$ enthalten ist. $\textbf{P}$ ist dabei eine echte Teilmenge ($P\subset \textbf{EXPTIME}$), denn $\textbf{P}$ ist nach oben begrenzt und es existieren nachweislich Probleme die nur von Algorithmen mit Aufwänden oberhalb dieser Schranke gelöst werden können.<br>
<div style= "background-color:#DDDDDD; padding:10px">
;Beispiel: Prüfung ob ein beliebiger boolscher Ausdruck wahr sein kann<br>
[[Bild:RaZ_SAT1.png]][[Bild:RaZ_SAT2.png]]<br>
Es müssen im schlimmsten Fall alle möglichen Belegungen (hier $2^n$ Stück) geprüft werden, um zum Ergebnis zu gelangen.
</div>
Für Probleme die einen höheren Aufwand als den exponentiellen für ihre Lösung erfordern, können beliebig Klassen der Form $\textbf{X-EXPTIME}$ formuliert werden. Probleme mit doppelt exponentiellen Aufwand ($\mathcal{O}(2^{n^{n}})$) werden so der Klasse $\textbf{2-EXPTIME}$ zugeordnet. Analog kann die Klassenformulierung für höhere Aufwände nach dem gleichen Schema fortgesetzt werden. Die jeweilige Klasse wird in entsprechender Exponentationsstufe immer durch eine Polynomfunktion von $n$ begrenzt.
<div style= "background-color:#DDDDDD; padding:10px">
;Zusammenfassung: Alle lösbaren Probleme werden durch die $\textbf{EXPTIME}$-Klassen abgedeckt. $\textbf{P}$ ist eine echte Teilmenge von $\textbf{EXPTIME}$.
</div>
Durch die Klassen $\textbf{EXPTIME}$ und $\textbf{P}$ sind alle lösbaren Problem im Prinzip vollständig klassifiziert. Eine weitere Klasse zwischen $\textbf{EXPTIME}$ und $\textbf{P}$ kann jedoch nicht mehr über den rein deterministischen Aufwand zur Problemlösung gebildet werden. Um trotzdem die "einfachereren" von den "schwierigen" $\textbf{EXPTIME}$-Problemen abzugrenzen wird ein weiteres Merkmal zur Klassifizierung herangezogen: der Nichtdeterminismus.

==Die Klasse NP==
<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Definition: $\textbf{NP}$ ist die Klasse aller Probleme, die mit '''nicht'''deterministischen Algorithmen in polynomialer Zeit gelöst werden können.
</div>
<div style= "background-color:#DDDDDD; padding:10px">
;Nichtdeterminismus: Ein nichtdeterministischer Algorithmus steuert die Lösung nicht direkt an, sondern er '''sucht''' sie mit der Trial-And-Error Methode.
</div>
Praktisch gibt es keinen Nichtdeterminismus bei der Programmierung eines Algorithmus. Er kann höchstens durch Parallelisierung und Backtracking emuliert werden. Die hier geforderte polynomiale Zeit bezieht sich also nicht auf eine praktische Höchstgrenze. Es geht vielmehr um die Zeit die der Algorithmus benötigen '''würde''', wenn er bei der Suche nach der Lösung in keine Sackgasse geraten '''würde''' und somit einen deterministischen Weg zur Lösung verfolgt '''hätte'''. [[#Die_Klasse_EXPTIME|Obiges Beispiel]] zeigt ein solches $\textbf{NP}$ Problem. Die Prüfung einer Kombination die wahr ist, ist in Polynomialzeit machbar.

Die Ähnlichkeit zur Definition der Klasse $\textbf{P}$ suggeriert eine enge Verwandschaft der beiden Klassen. Aber die Klassen basieren auf unterschiedlichen Merkmalen. Eine laufzeitbezogene Gegenüberstellung (asymptotisch, deterministisch) der Klassen wie im ersten Bild zeigt, dass die $\textbf{NP}$ Probleme die nicht auch in $\textbf{P}$ liegen, mehr oder weniger verteilt sind.<br>
[[Bild:RaZ_NPinDeterm.png|600px]][[Bild:RaZ_NPinSet.png|350px]]<br>
Die reine Zugehörigkeitsbeziehung zu den Klassen $\textbf{P}$ und $\textbf{EXPTIME}$ lässt sich in einem Venn-Diagramm darstellen. Dass $\textbf{P}$ eine echte Teilmenge von $\textbf{EXPTIME}$ ist, wurde bereits klar gestellt. $\textbf{P}$ ist auch eine Teilmenge von $\textbf{NP}$, denn jeden deterministischen Algorithmus kann man in einen nichtdeterministischen Algorithmus überführen.<br>

Das besondere an nichtdeterministische Algorithmen mit polynomialer Laufzeit ist, dass der Weg zum echten deterministischen Algorithmus mit polynomialer Laufzeit recht kurz ist. Man müsste nur wissen welcher der richtige Weg zum Ziel ist, also wissen wie das "Orakel" funktioniert, also eine Art "Trial-'''Ohne'''-Error" Methode benutzen.<br>
Ob es so eine Methode geben kann, ist eine der derzeit wichtigsten Fragen der theoretischen Informatik.

==Offene Fragen==
Die wirklichen Grenzen der Klasse $\textbf{NP}$ sind derzeit noch unbekannt. Damit einhergehend wird ihre ganze Daseinsberechtigung in Frage gestellt.
<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Frage 1: $\textbf{NP}=\textbf{EXPTIME}$
</div>
Dass es Probleme gibt die derzeit nur mit exponentiellem Aufwand deterministisch gelöst werden können, ist belegt. Ebenso, dass einige dieser Probleme nichtdeterministisch in Polynomialzeit gelöst werden können. $\textbf{NP}$ ist damit auf jeden Fall eine Teilmenge von $\textbf{EXPTIME}$. Unbekannt ist, ob sich nicht für '''jedes''' $\textbf{EXPTIME}$-Problem ein nichtdeterministisch arbeitender Algorithmus finden lässt, dessen Laufzeit polynomial ist. Höchstwahrscheinlich ist dem nicht so. Aber selbst wenn sich diese Möglichkeit bewahrheiten würde, wären die Konsequenzen nur theoretischer Natur. Die praktische Laufzeit der gefundenen nichtdeterministischen Algorithmen zur Lösung eines $\textbf{EXPTIME}$-Problems würde sich kaum ändern.<br>
Ganz anders ist es bei der nächsten Frage.<br>

<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Frage 2: $\textbf{P}=\textbf{NP}$
</div>
Dass für jedes $\textbf{P}$ Problem auch ein nichtdeterministischer Algorithmus angegeben werden kann, ist klar. Damit ist $\textbf{P}$ definitiv eine Teilmenge von $\textbf{NP}$. Ob aber für '''jedes''' $\textbf{NP}$-Problem ein deterministischer Polynomialzeit-Algorithmus gefunden werden kann, wird stark bezweifelt ('''Cook'sche Vermutung'''). Es würde bedeuten, dass man die Aufgabe des "Orakels" in Polynomialzeit lösen könnte. Bis heute ist es jedoch nicht gelungen für auch nur ein einziges nachweislich in $\textbf{NP}$ liegendes Problem einen deterministischen Algorithmus anzugeben, der das Problem in Polynomialzeit löst. Diese Fragestellung ist unter dem Namen '''P-NP-Problem''' bekannt geworden.<br>

Im Jahr 2000 hat das Clay Mathematics Institute in Cambridge ein Preisgeld von 1 Million Dollar für die Lösung von einem der sogenannten Millenium Probleme ausgelobt. Eines der 7 Probleme wurde 2002 bereits gelöst.<br>
Die Lösung des P-NP-Problems steht noch aus: http://www.claymath.org/millennium-problems/p-vs-np-problem <br>

==Polynomiale Reduktion==
<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Definition: Ein Problem $A$ ist '''polynomial reduzierbar''' auf ein Problem $B$, geschrieben $A\:\leq_p\:B$, wenn es eine Funktion $f: A \rightarrow B$ gibt, die '''alle''' Probleminstanzen von $A$ zu Probleminstanzen von $B$ umrechnet und in Polynomialzeit ausgeführt werden kann.
</div>
<table><tr><td valign="top">
Abstrakt betrachtet geht es um nichts anderes als die Feststellung, dass Problem $A$ nur ein "Spezialfall" von Problem $B$ ist, ähnlich wie die Multiplikation nur eine "spezielle" Addition ist. Ist bereits ein Algorithmus für die Lösung von Problem $B$ bekannt, dann kann man diesen auch für die Lösung von Problem $A$ verwenden. Einzig die Eingabedaten müssen umgeformt werden, so wie die Multiplikationsaufgabe $3\cdot4$ zur Verwendung der Addition in $3+3+3+3$ oder $4+4+4$ umgeformt werden muss.
Die für diese Umformung erforderliche Zeit ist hierbei entscheidend. Die Aufwände zur Lösung von $B$ und für die Ausführung von $f$ müssen addiert werden um den Aufwand zur Lösung von $A$ zu bestimmen. Durch die Abgeschlossenheit der Polynome bezüglich Addition bleibt bei polynomialem Aufwand für $f$ der Gesamtaufwand bei dem zur Lösung von $B$. Die Problemklassifizierung von $B$ kann also direkt auf $A$ übertragen werden:
* Wenn $A\:\leq_p\:B$ und $B\in\textbf{P}$, dann gilt $A\in\textbf{P}$.
* Wenn $A\:\leq_p\:B$ und $B\in\textbf{NP}$, dann gilt $A\in\textbf{NP}$.
Im Umkehrschluss, lassen sich dadurch ebenso Klassenzugehörigkeiten ausschließen:
* Wenn $A\:\leq_p\:B$ und $A\notin\textbf{P}$, dann gilt $B\notin\textbf{P}$.
* Wenn $A\:\leq_p\:B$ und $A\notin\textbf{NP}$, dann gilt $B\notin\textbf{NP}$.
</td><td>
[[Bild:RaZ_PolRed.png|right]]
</td></tr></table>
Das Symbol $\leq_p$ soll nahe legen, dass $A$ "einfacher" als $B$ ist (nicht weniger aufwendig). Denn um $A$ zu lösen benötigt man nur ein Transformation zusammen mit der vorhandenen Lösung für $B$ und wenn $A$ nur ein "Spezialfall" von $B$ ist, dann ist $B$ das allgemeinere, umfassendere Problem. Könnte man alle Probleme aus $\textbf{NP}$ mittels polynomialer Reduktion auf ein einziges zurückführen, dann hätte man ein Basis-Problem auf das man sich bei der Lösungsoptimierung konzentrieren kann.

==NP-Schwere (NPH) und NP-Vollständigkeit (NPC)==
<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Definition: Ein Problem $A$ heißt '''$\textbf{NP}$-schwer''', wenn '''alle''' Probleme aus $\textbf{NP}$ auf $A$ polynomial reduziert werden können.
</div>
Auf den ersten Blick scheint ein Prüfung eines Problems $A$ auf $\textbf{NP}$-Schwere recht umfangreich zu sein, denn es gibt zahlreiche Probleme in $\textbf{NP}$ deren polynomiale Reduzierbarkeit geprüft werden müsste. Wenn man allerdings bereits ein nachweislich $\textbf{NP}$-schweres Problem $B$ hat, reicht es aufgrund der Transitivität von $\leq_p$ aus, $B\:\leq_p\:A$ nachzuweisen.<br>
Die Frage die sich stellt, ist: '''Woher nehme man das erste $\textbf{NP}$-schwere Problem auf das man reduzieren kann?'''

<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Definition: Ein Problem $A$ heißt '''$\textbf{NP}$-vollständig''', wenn $A$ $\textbf{NP}$-schwer ist und in der Klasse $\textbf{NP}$ liegt.
</div>
Die Definition der $\textbf{NP}$-Vollständigkeit erfordert also die Definition der $\textbf{NP}$-Schwere. Unter der Annahme, dass $\textbf{P} \neq \textbf{NP}$ und $\textbf{EXPTIME} \neq \textbf{NP}$, ergibt sich folgendes Venn-Diagramm zur Beschreibung der verschiedenen Problemklassen.<br>
<table><tr><td>
[[Bild:RaZ_NPCH.png|250px]]
</td><td valign="top">
* Die Lage von $\textbf{EXPTIME}$, $\textbf{NP}$ und $\textbf{P}$ wurde bereits klar gestellt
* Da ein $\textbf{NP}$-Problem nicht auf ein $\textbf{P}$-Problem polynomial reduziert werden kann (denn dann wäre es wegen der Abgschlossenheit der Polynomaddition keines mehr), kann kein $\textbf{P}$-Problem $\textbf{NP}$-schwer sein. Folglich gibt es keine Überscheidung zwischen $\textbf{P}$ und $\textbf{NPH}$.
* Polynomiale Reduktion eines $\textbf{NP}$-Problems auf ein $\textbf{EXPTIME}$-Problem wurde nicht ausgeschlossen und ist somit möglich.
* Da $\textbf{NP}$-Vollständigkeit durch $\textbf{NP}$-Schwere und Zugehörigkeit zu $\textbf{NP}$ definiert ist, bildet $\textbf{NPC}$ folglich die Schnittmenge von $\textbf{NP}$ und $\textbf{NPH}$.
* Jedes $\textbf{NPC}$-Problem ist somit auch ein $\textbf{NPH}$-Problem.
</td></tr></table>
$\textbf{NP}$-vollständige Probleme sind damit die schwierigsten aber auch am erfolgversprechendsten Probleme, deren Lösung große Auswirkungen hätten. Als $\textbf{NP}$-Problem gilt es "nur noch" den Nichtdeterminismus zu überwinden und als $\textbf{NP}$-schweres Problem würde diese Lösung gleichzeitig alle anderen $\textbf{NP}$-Probleme lösen, da diese daraus abgeleitet werden können.

Um ein neues Problem auf $\textbf{NP}$-Vollständigkeit zu prüfen, muss zunächst geprüft werden ob es sich um ein $\textbf{NP}$-Problem handelt. Ist dies nachgewiesen, kann die [[#Polynomiale_Reduktion|Polynomiale Reduktion]] angewendet werden. Lässt sich also ein bekanntes $\textbf{NPH}$-Problem auf das neue Problem polynomial reduzieren, dann muss das neue Problem auch ein $\textbf{NPH}$-Problem sein.

==Satz von Steven A. Cook==
<div style= "background-color:#F5D0A9; padding:10px">
;Definition: Das Erfüllbarkeitsproblem der Aussagenlogik (SAT) ist $\textbf{NP}$-vollständig.
</div>
Bei dem SAT-Problem handelt es sich um das Beispiel aus dem Kapitel [[#Die_Klasse_EXPTIME|Die Klasse EXPTIME]]. Wie bereits erwähnt geht es darum herauszufinden ob eine beliebige aussagenlogische Formel wahr sein kann. Steven A. Cook hat 1971 nachgewiesen, dass es sich um ein $\textbf{NP}$-schweres Problem handelt. Da das SAT-Problem selbst ein $\textbf{NP}$-Problem ist, ist es sogar $\textbf{NP}$-vollständig.

Da Cook kein anderes $\textbf{NP}$-schweres Problem hatte auf das er das SAT-Problem reduzieren konnte, musste er '''alle''' $\textbf{NP}$-Probleme darauf reduzieren. Um nicht alle $\textbf{NP}$-Probleme einzeln prüfen zu müssen, verwendete er eine Eigenschaft von nichtdeterministischen Algorithmen die alle $\textbf{NP}$-Probleme gemeinsam haben. Allesamt lassen sie sich durch eine nichtdeterministische Turing Maschine beschreiben. Cook gelang es die Funktionsweise einer Turing Maschine mit ausschließlich aussagenlogischen Formeln zu beschreiben.

Da '''jeder''' nichtdeterministische Algorithmus eines dazugehörigen $\textbf{NP}$-Problems mit einer Turing Maschine (als Akzeptor) dargestellt werden kann und jede Turing Maschine durch eine aussagenlogische Formel, ist jede $\textbf{NP}$-Probleminstanz nur eine "spezielle" aussagenlogische Formel. Die Funktion zur Überführung einer beliebigen $\textbf{NP}$-Probleminstanz über dessen Turing Maschine zur aussagenlogischen Formel ist mit $\mathcal{O}(n^3)$ nach oben beschränkt und erfüllt damit alle Vorraussetzungen einer polynomialen Reduzierung.