Greedyalgorithmen und -heuristiken

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<language>Scheme</language>
<h3>09.01.16 - hab mal versucht nen roten faden für die aufteilung zu finden - es muss alles noch bearbeitet werden - müssen die nächsten tage mal wegen der Vortragsaufteilung/Gliederung sprechen - evtl habt ihr ja noch ideen was noch rein kann/muss - ich würde gern den abschnitt matroide/unabhängigkeitssysteme machen</h3>

<h1><font color="green">Greedy-Algorithmen</font color></h1>
ca 15min-20min
---was sind greedy algorithmen?
---Wie ist der allgemeine Aufbau?
---Template zeigen und auf Bsp anwenden
---evtl Beispiele für extremfälle vorstellen-globales optimum kruskal, lokales optimum rucksack0/1, fall in dem der greedy algorithmus versagt gerichteter graph

Greedy-Algorithmen oder auch gierige Algorithmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie schrittweise und ohne zurückzusetzen, eine Lösung aufbauen indem sie
anhand lokaler Informationen den Folgezustand auswählen, welcher zum Zeitpunkt der Wahl das beste Ergebnis verspricht.
Es werden dabei nicht mehr Teillösungen konstruiert als unbedingt nötig.
Die Basis eines Greedy-Algorithmus ist eine bereits (absteigend) vorsortierte Liste. Wird diese erweitert, werden die entsprechenden Elemente direkt an die richtige Stelle einsortiert.

#*'''Vorteil:''' sehr schnell, gute (Näherungs-)Lösung.
#*'''Nachteil:'''
#*keine Berücksichtigung früherer Lösungen; keine Revision einmal getroffener Entscheidungen.

#*Endlösung möglicherweise nicht optimale Lösung. Greedy-Algorithmen sind oft schnell, lösen viele Probleme aber nicht optimal.

<h2><font color="green">Aufbau</font color></h2>
'''Im Allgemeinen besteht ein Greedy-Algorithmus aus folgenden Bestandteilen:'''

# eine sich verbrauchende '''Kandidatenliste'''
# eine sich aufbauende '''Resultatliste''' 
#'''Funktionen''' 
#*''loesung?'', die kontrolliert, ob die aktuelle Resultatliste eine Lösung des Problems darstellt
#*''okay?'', die kontrolliert, ob die Erweiterung einer Resultatliste durch den nächsten Kandidaten zulässig ist
#*''ziel'', die den Wert einer Lösung angibt
#'''Auswahlfunktion'''
#*''nächster'', die aus der Kandidatenliste den jeweils besten "Happen" auswählt
#'''Modifikationsfunktionen'''
#* ''modify+'', die die Kandidatenliste im positiven Fall, also wenn die Erweiterung zu einer zulässigen Liste führt, modifiziert
#* ''modify-'', die die Kandidatenliste im negativen Fall, also wenn die Erweiterung nicht zu einer zulässigen Liste führen würde, modifiziert

<h2><font color="green">Greedy Template</font color></h2>

Bestandteile des Algorithmus:
* eine (sich verbrauchende) Kandidatenliste,
* eine (sich aufbauende) Resultatliste,
* Funktionen:
** ''loesung?'', die überprüft, ob die aktuelle Resultatliste eine Lösung des Problems darstellt,
** ''okay?'', die überprüft, ob die Erweiterung einer Resultatliste durch den nächsten Kandidaten zulässig ist,
** ''naechster'', die den besten Kandidaten aus der Liste auswählt,
** ''modify+'', die die Kandidatenliste im positiven Fall modifiziert,
** ''modify-'', die die Kandidatenliste im negativen Fall modifiziert,
** ''ziel'', die die Lösung angibt.

<code id="56905c4837a7e">
 (define greedy
  (lambda (vorgabewert) ; z.B.: Kapazitaet der Rucksacks
   (let
       ((kandidatenliste '(......))
        (loesung? (lambda (ls) ... ))
        (okay? (lambda (ls) ... ))
        (naechster (lambda (ls) ... ))
        (modify+ (lambda (x ls) ... ))
        (modify- (lambda (x ls) ... ))
        (ziel (lambda (ls) ... ))
    (letrec
         ((helfer
            (lambda (kandidaten resultat)
             (cond
              ((loesung? resultat)(ziel resultat))
              ((and (null? kandidaten)(not (loesung? resultat)))
               (error 'greedy "Es gibt keine Loesung."))
              (else
               (let* ((neuer-kandidat (naechster kandidaten))
                      (neues-resultat (cons neuer-kandidat resultat)))
                  (if (okay? neues-resultat)
                      (helfer (modify+ neuer-kandidat kandidaten) neues-resultat)
                      (helfer (modify- neuer-kandidat kandidaten) resultat))))))))
         (helfer kandidatenliste '())))))
</code>

===Anwendungsbeispiel Geldwechsel===


Die Verwendung dieser Greedy-Schablone illustrieren wir am folgenden Beispiel der Prozedur ''geldwechsel''.

Einem Kunden wird Wechselgeld herausgegeben, wobei möglichst wenige Münzen verwendet werden sollen.

* Die ''Kandidatenliste'' besteht aus allen verfügbaren Euro-Münzen (1-, 2-, 5-, 10-, 20-, 50-Cent und 1- und 2-Euro-Münzen), die wir seit 01.01.2002 zusammen mit den Euro-Scheinen in Europa als Zahlungsmittel benutzen. Die Münzen werden mit absteigendem Cent-Wert vorsortiert.
* ''loesung?'' gibt #t zurück, wenn die Summe der verwendeten Münzen genau den auszuzahlenden Betrag ergibt.
* ''okay?'' gibt an, wenn eine Menge ausgewählter Münzen okay ist, wenn deren Summe höchstens dem zu zahlenden Betrag entspricht.
* Ist dies nicht der Fall, wird dieser Wert aus der Liste der (aussichtsreichen) Kandidaten entfernt. Dies erledigt die Prozedur ''modify-''.
* ''modify+'' lässt die Kandidatenliste unverändert. Dadurch wird erreicht, dass sich potenziell unendlich viele Münzen jeden Wertes in der ''Kandidatenliste'' befinden, so dass jeder beliebige Restbetrag immer ausgezahlt werden kann.
* Die Prozedur ''naechster'' wählt unter den verbleibenden Münzen die jenige mit dem jeweils höchsten Wert aus, ganz gleich, ob damit der zu zahlende Betrag überschritten wird oder nicht. (Dafür gibt es ja ''okay?'') Es wird immer das erste Element zurückgegeben, da zu jedem Zeitpunkt die Kandidatenliste absteigend sortiert ist.
* Die Funktion ''ziel'' gibt die Liste der verwendeten Münzen zurück.

<code id="4db593cd31be4" hidden>
(define delete
(lambda (item ls)
  (cond
    ((null? ls) '())
    ((eqv? (car ls) item) (cdr ls))
    (else
      (cons (car ls) (delete item (cdr ls)))))))</code> 

<code id="4db593cd31c61">(define geldwechsel
 (lambda (restbetrag)
  (let ((kandidatenliste '(200 100 50 20 10 5 2 1))
    (loesung? (lambda (ls)(= restbetrag (apply + ls))))
    (okay? (lambda (ls) (<= (apply + ls) restbetrag)))
    (naechster car)
    (modify+ (lambda (x ls) ls))
    (modify- (lambda (x ls) (delete x ls)))
    (ziel (lambda (ls) (cons (reverse ls) (list (length ls))))))
   (letrec
      ((helfer
       (lambda (kandidaten resultat)
         (cond
          ((loesung? resultat)(ziel resultat))
          ((and (null? kandidaten)(not (loesung? resultat)))
           (error 'greedy "Es gibt keine Loesung"))
          (else
           (let* ((neuer-kandidat (naechster kandidaten))
                  (neues-resultat (cons neuer-kandidat resultat)))
              (if (okay? neues-resultat)
                  (helfer
                   (modify+ neuer-kandidat kandidaten)
                    neues-resultat)
                  (helfer
                   (modify- neuer-kandidat kandidaten)
                    resultat))))))))
          (helfer kandidatenliste '())))))</code>


Die Prozedur wird benutzt um 12,93 Euro (1293 Euro-Cent) herauszugeben.
<run id="4db593cd31d1e">
(geldwechsel 1293)
</run>


===-----===
<h1><font color="green">Globales und lokales Optimum</font color></h1>
ca 20-25min
---Warum funktioniert der allgorithmus nur manchmal?
---Lokales Globales Optimum
---Matroide erklären

Ein Greedy-Algorithmus findet EIN(es kann immernoch eine gleichwertige lösung geben) Optimum, genau dann wenn die Lösungen unabhängige Mengen eines Matroids sind.
Sonst führt der Algorithmus lediglich zu einem lokalen Optimum.

Vektoraufgabe/lineare Algebra: Wähle ein Menge unabhängiger Vecktoren.
Graphentheorie-Aufgavbe: Bilde eine größtmögliche Menge an Kanten ohne dabei Kreise zu bilden. Bilde die kleinstmögliche Menge an Straßen um alle Städte zu verbinden. Es dürfen dabei keine Kreise entstehen!
Matching-Aufgabe:Bilde so viele Paarungen wie möglich.
Equation-Aufgabe: a=z^3,b=x+y,c=x-y,d=xy,e=x^2y^2,f=1

folgerungen
lineare unabhängigkeit-
Graphen: eine Menge an Kanten ist unabhängig wenn sie keine Kreise bilden
Matching: eine Menge ist unabhängig wenn sie gleichzeitig gematcht werden kann
equations: eine Menge an Ausdrücken ist unabhängig wenn

<h2><font color="green">Matroide</font color></h2>
<h3><font color="green">Unabhängigkeit</font color></h3>

<h3><font color="green">erklärung an graph, bipartitem matching, vektoren</font color></h3>
<h3><font color="green">heranführung an definition...</font color></h3>



<h1><font color="green">Beispiele</font color></h1>
ca 15-20min
---Algorithmen aus vorangegangenen Vorträgen vorstellen und erklären warum das ergebnis ein globales Optimum ist
---evtl weitere übungen um in kleineren graphen zu erkennen ob greedy ein lokales oder globales optimum liefern wird
<ul>
    <li>Algorithmus von Kruskal für die Suche nach einem minimalen Spannbaum</li>
    <li>Algorithmus von Prim für die Suche nach einem minimalen Spannbaum (das zugrundeliegende Mengensystem – die Menge der Bäume – ist aber kein Unabhängigkeitssystem)</li>
    <li>Algorithmus von Dijkstra zur Suche eines kürzesten Weges</li>
    <li>Färbungsalgorithmus usw</li>
</ul>
==== Kruskal-Algorithmus ====

Der Mathematiker Joseph Kruskal entwickelte einen Algorithmus zur Suche nach einem minimalen Spannbaum. Durch seine Effizienz arbeitet der Algorithmus in $\mathcal{O}\left( m \log n\right)$, wobei $m$ die Anzahl der Kanten und $n$ die Anzahl der Knoten darstellen. Sollte $m \leq n$ gelten, so arbeitet der Algorithmus in $\mathcal{O}\left( n \log n\right)$, für sehr wenige $m$, d. h. $m \leq \frac{n}{2}\left( n-1\right)$, in $\mathcal{O}\left( n^2 \log n\right)$.

Der Algorithmus lässt sich wie folgt beschreiben:

* Alle Kanten werden in aufsteigender Länge in einer Liste sortiert.
* Die erste Kante bildet mit ihren anschließenden Knoten den Startgraphen. Existeren mehrere Kanten gleicher Länge, werden alle verwendet.
* Solange noch nicht alle Knoten verbunden sind, wird dieses Verfahren wiederholt.
* Würde durch die Hinzunahme einer Kante ein Kreis entstehen, wird diese Kante aus der Liste gestrichen und mit der nächsten fortgefahren.

Am Beispiel wird der Algorithmus deutlich. Als Basis dient wieder der bereits weiter oben verwendete Graph.

<gallery widths="400" heights="300" perrow="2">
Bild:S3dafran_S3dafran_dijkstra_1.png|Wir suchen uns die Kanten mit den geringsten Werten. Dies wären $\overline{BC}$, $\overline{DE}$ und $\overline{DG}$. Welche wir wählen, ist egal.
Bild:S3dafran_Kruskal_2.png|Wir wählen die Kante $\overline{BC}$ mit ihren zugehörigen Knoten als Startgraph.
Bild:S3dafran_Kruskal_3.png|Die beiden anderen Favoriten kommen ebenfalls hinzu.
Bild:S3dafran_Kruskal_4.png|Die nun kürzeste Strecke ist die Strecke $\overline{AB}$, die nun an den Graphen "angeschlossen" wird.
Bild:S3dafran_Kruskal_5.png|Mit der Strecke $\overline{BG}$ sind nun fast alle Knoten verbunden.
Bild:S3dafran_Kruskal_6.png|Als letzte noch fehlende Strecke kommt die Strecke $\overline{AF}$ hinzu und vervollständigt den minimalen Spannbaum.
</gallery>


==== Prim-Algorithmus ====

Ein weiterer Algorithmus zur Ermittlung des minimalen Spannbaums wurde 1930 vom Mathematiker Vojtěch Jarník entwickelt, 1957 von Robert Prim und 1959 von Edsger Dijkstra wiederentdeckt. Auf Basis des Dijkstra-Algorithmus arbeitet dieser Algorithmus in $\mathcal{O}\left( n^2\right)$.

Die Funktionsweise des Algorithmus lässt sich wie folgt beschreiben:

* Ein beliebiger Knoten eines Graphen wird gewählt.
* Nun wird die angrenzende Kante mit dem geringsten Wert gewählt und der angrenzende Knoten verbunden.
* Dieses Verfahren wird so lange wiederholt, bis alle Knoten verbunden sind. Es werden nun aber alle Kanten an allen verbundenen Knoten betrachtet.
* Würde durch die Hinzunahme einer Kante ein Kreis entstehen, wird diese Kante aus der Liste gestrichen und mit der nächsten fortgefahren.

Die Erweiterung der Dijkstra-Algorithmus ergibt sich dann wie folgt:

 /* 
  * S: Lösungsmenge
  * s: Startknoten
  * V: Menge aller Knoten des Graphen
  */
 S := {s};
 Distanz(s) := 0;
 for all $v \in V\backslash \lbrace s\rbrace$ do {
     Distanz(v) := Kante(s, v);
     Vorgänger(v) := s;
 }
 while $S \neq V$ do {
     Finde $u \in V\backslash S$ mit Distanz(u) = min{Distanz(v) | $v \in V\backslash S$};
     S := $S \cup \lbrace u\rbrace$;
     for all $v \in V\backslash S$ do {
         if Kante(u, v) < Distanz(v)
         then {
             Distanz(v) := Kante(u, v);
             Vorgänger(v) := u;
         }
     }
 }

Auch hier soll wieder ein Beispiel des Algorithmus verdeutlichen.

<gallery widths="400" heights="300" perrow="2">
Bild:S3dafran_S3dafran_dijkstra_1.png|Wir starten wieder mit dem bereits oben verwendeten Graphen und suchen einen Startknoten.
Bild:S3dafran_Prim_2.png|In diesem Beispiel wählen wir den Knoten ''A'' als Startknoten und betrachten die an ''A'' angrenzenden Kanten.
Bild:S3dafran_Prim_3.png|Die Strecke $\overline{AB}$ ist die kürzeste und folglich wird ''B'' in den Graphen eingebunden. Zur Menge der nun in Frage kommenden Strecken kommen die an ''B'' angrenzenden Strecken hinzu.
Bild:S3dafran_Prim_4.png|Aus der Menge der an ''A'' oder ''B'' angrenzenden (noch nicht verwendeten) Kanten ist die Strecke $\overline{BC}$ am kürzesten und wird hinzugefügt. Ebenso sind nun die an ''C'' angrenzenden Kanten zu mit betrachten.
Bild:S3dafran_Prim_5.png|Die nun kürzeste Strecke ist die Strecke $\overline{BG}$ und folglich wird ''G'' hinzugefügt.
Bild:S3dafran_Prim_6.png|Die nächste kürzeste angrenzende Strecke ist $\overline{GD}$ und wird hinzugefügt.
Bild:S3dafran_Prim_7.png|Fast vollständig ist der Spannbaum, wenn die jetzt kürzeste Strecke $\overline{DE}$ hinzugefügt wird.
Bild:S3dafran_Prim_8.png|Als letzte noch fehlende Strecke kommt die Strecke $\overline{AF}$ hinzu und vervollständigt den minimalen Spannbaum.
</gallery>